Ab 2009 wird für alle Kapitaleinkünfte wie Zinsen, Dividenden sowie Kursgewinne aus Fonds, Zertifikaten und Aktien eine einheitliche Steuer von 25 Prozent erhoben. Dazu kommen dann noch Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Doch wie kann man damit möglichst pfiffig umgehen?
Wertpapiere sollte man noch auf jeden Fall in diesem Jahr kaufen, denn die Gewinne bleiben nach der 12-monatigen Haltefrist auch über 2009 hinaus steuerfrei. Etwa 38 Prozent der Gedanleger planen mittlerweile neue Anlagen zu tätigen bzw. schon vorhandene Wertpapierdepots geschickt umzuschichten.
Ein Praxis-Rechen-Beispiel?
Bei Anlage von 10.000 Euro in börsengehandelten Indexfonds erwirtschaftet man bei einer angenommenen Wertsteigerung von 8,0 Prozent jährlich nach 20 Jahren und Abzug aller Kosten 40.676 Euro. Anfang 2009 zum selben Kurs investiert, erzielt man 5756 Euro weniger. Nach 30 Jahren beträgt die Differenz sage und schreibe 13.622 Euro.
Welche Produkte sind zur Vermeidung der Abgeltungssteuer geeignet?
Mometan werden sehr aggressiv sogenannte Dachfonds beworben, die ihrerseits wieder nur in Investmentsfonds investieren. Hierbei hat der eingesetzte Fondsmanager die Möglichkeit, die Dachfonds-Anteile je nach Kursentwicklung beliebig oft umzuschichten ohne von der Abgeltungssteuer berührt zu sein, genau dies gilt für einen Privatanleger der selbst in andere Fonds umschichtet nicht und bei Gewinnen wird dann die neue Steuer fällig. Von einem verstärktem Emporschiessen neuer Dachfonds ist in nächster Zeit in jedem Fall auszugehen, allerdings werden bei diesen Investments auch immer hohe Gebühren fällig und Erfahrungswerte für neu aufgelegte Fonds gibt es ja bekanntlich noch nicht, also lieber Vorsicht bei der Anlage!
Was ist von offenen Immobilienfonds im Ausland zu halten?
Umgehen können hiermit Anleger die Abgeltungssteuer, da die Erträge in der Regel bereits im Ausland besteuert werden und der Steuersäckel hier nicht erneut kassiert. Solche Fonds sollten jedoch allenfalls als Beimischung zum Depot gewählt werden, denn das Anlagerisiko ist häufig größer als bei anderen Produkten. Steuerfrei sind übrigens auch Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien, sofern diese mindestens zehn Jahre lang im Fonds gehalten wurden.
Gibt es noch andere steuerlich interessante Alternativen?
Steuerlich begünstigt sind ebenfalls Erträge aus privaten Rentenversicherungen, da sie vor Ablauf der Versicherung ohne Steuerabzug erneut angelegt werden können. Bei Vertragsablauf muss nur ein Teil der Erträge versteuert werden, solange die Versicherung mindestens 12 Jahre lang läuft und der Versicherte bei Vertragsfälligkeit mindestens 60 Jahre alt ist. Leider wird der steuerliche Vorteil bei den allermeisten Produkten durch die höheren Kosten wieder aufgefressen. Für fondsgebundene Rentenversicherungen gilt also, je höher der persönliche Steuersatz und je niedriger die zu versteuernde Ausschüttung sind, umso mehr sollte die direkte Besparung eines Fonds in Erwägung gezogen werden.