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Investieren in Exoten

Sonntag, 18. Januar 2009

Können Sie es langsam auch nicht mehr hören? Finanzkrise vorne und hinten, Aktien rauf, Aktien runter, Zinsen noch weiter runter, Goldpreis hoch und dann wieder tief…

Versuchen Sie es doch einfach mal mit völlig exotischen Investments!  Ihr Vorteil, Chancen auf eine stattliche Rendite und das unvergleichliche Gefühl, etwas ganz Besonderes und Individuelles zu besitzen! Im Folgenden stelle ich Ihnen nun einige dieser Investments vor:

Bücher - Hier ist es wichtig, regionale Unterschiede zu beachten. Goethe oder Lessing bringen in Originalausgabe in Deutschland wesentlich mehr Geld als in Spanien oder Griechenland. Am Wertvollsten werden gut erhaltene, in kleinen Auflagen erschienene Klassiker, die manchmal bis zu einem Wert von einigen hunderttausend Euro steigen können.

Briefmarken - Es hat zwar kaum jemand die weltbekannte “Blaue Mauritius”, doch wenn man sich als Sammler auf eine Epoche bzw. ein bestimmtes Thema konzentriert und sie dann als gesamtpaket verkauft, kann dies durchaus etliche Euro einbringen. Besagte “Blaue Mauritius” brachte Anfang der neunziger Jahre bei einer Versteigerung in der Schweiz den Rekordwert von 1,1 Million Euro ein. Sie stammte aus dem Großbritannien des 19.Jahrhunderts und es wurde sogar über einen Druckfehler aufgrund eines falschen Markenaufdrucks auf der Erstserie spekuliert.

Teddybären - Sie werden jetzt sicherlich lachen, doch das Sammeln dieser beliebten Kuscheltiere hat mittlerweile schon Kultstatus. Besonders die Teddys deutscher Herstellung mit dem berühmten “Steiff-Knopf” im Ohr sind im Ausland sehr begehrt. Je älter, seltener und besser erhalten ein Exemplar ist, desto größer ist sein Wert. Für den Laien ist meistens jedoch äußerst schwer erkennbar, ob ein Teddy ein wertvolles Sammlerstück ist oder aber im Kinderzimmer der nächsten Verwandten bzw. bei Ebay besser aufgehoben ist.

Bonsaibäume - Die Japaner tun es schon ewig, Geld in diese ganz speziellen Minibäume investieren. Allerdings sollten Sie bei diesem Investment auf eine richtigen Bonsai-Messe fahren, zum Beispiel nach Belgien. Nachdem Sie sich Ihre Lieblingsexemplare ausgesucht haben, werden diese direkt weiter nach Japan zu einem Bonsai-Meister verschickt. Bis zu 30.000 Euro sind bei diesen äußerst pflegeintensiven Bäumchen drin. Mit einer Selbstkultivierung werden Sie sich auf jeden Fall keinen Gefallen tun, mein erster kleiner Bonsaibaum auf dem Balkon ging letztes Jahr bereits nach mehreren Wochen ein…

Koi-Karpfen - Auf den ersten Blick wirken sie wie auffällig große Goldfische. Es sind jedoch japanische Zierkarpfen. Je extravaganter die Färbung und der Körperbau, desto höher ist der für sie erzielbare Preis. Sollte Ihr Koi-Karpfen die richtigen Eltern haben, von einem Profi aufgezogen sein und auf internationalen Ausstellungen bewundert werden, kann er bis zu 100.000 Euro wert sein. Am besten Sie bauen sich ein kleines Schwimmbad, Koi-Karpfen brauchen regelmäßige Streicheleinheiten.

Pferde - Bessere Fohlen bekommt man zu einem Einstiegspreis zwischen 5.000 und 30.000 Euro. Fertig ausgebildete Turnierpferde mit Siegchancen in Dressur, Springen oder Galopprennen können leicht mehrere hunderttausend Euro einbringen. Scheichs zahlen häufig sogar Millionenbeträge für ein einziges Pferd, allerdings nur wenn auch Chancen auf den Sieg bei international anerkannten Turnieren bestehen.  Doch Vorsicht, die Kosten für die  Haltung, Pflege und das Training eines Pferds können sich monatlich schnell mal auf 500 Euro belaufen. Welche Farbe ein Pferd hat ist bei diesem Investment relativ unwichtig.

Waffen - Sie sind seit jeher begehrtes Sammlerobjekt. Schon in Kriegen oder sonstigen kämpferischen Auseinandersetzungen war des Gegners Waffe zu erobern und ihn somit schachmatt zu setzen der große Triumph für die siegreiche Kampfpartei. Hauptkriterien für eine wertvolle Waffe sind Rarität, Qualität und natürlich ihre zurückliegende Geschichte. Diese muss für Sammler eindeutig nachzuvollziehen sein. Duellpistolen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts bringen bei Versteigerungen rund 9.000 Euro, für antike Waffen geht der Wert in Euro bis in den sechsstelligen Bereich. Wird für bestimmte Waffen plötzlich per Gesetz ein Waffenschein Voraussetzung, kann es zu herben Kursabschlägen kommen.

Oldtimer - Symbolisch für das Sammeln von alten Fahrzeugen ist mit Sicherheit der Mercedes 300 SL Flügeltürer. Ca. 400.000 Euro kostet mittlerweile solch ein Fahrzeug im 1A-Zustand. wer nicht ganz so viel  Bares übrig hat, bekommt auch schon für relativ kleines Geld bestimmte Raritäten. Interessant werden PKW’s natürlich vorallem bei Überschreiten der 30-Jahre-Grenze durch die steuerbegünstigte Old-Timer-Zulassung.

Diamanten - Seit jeher sind sie das Symbol für Luxus, Reichtum und Dekadenz. Wichtig ist es bei dieser Wertanlage jedoch immer, einen absoluten Experten zu Rate zu ziehen, denn schon winzige Veränderungen bei Reinheit und Gewicht, Farbe und Schliff entscheiden über den Wert dieser kostbaren Steine. 18,7 Millionen Euro kostet übrigens gegenwärtig der teuerste Diamant aller Zeiten, sein Name: “Der Blaue Wittelsbacher”

Inseln - Wer träumt nicht auch davon endlich eine eigene Insel zu besitzen?  Einsame Eilande in der Karibik, im Südpazifik oder Westeuropa sind preislich jedoch nicht unter einem siebenstelligen Betrag zu haben, an der ostkanadischen Küste liegt dieser im Gegensatz bei weit unter 100.000 Euro. Für den Kauf oder Verkauf solcher Objekte sollte sich allerdings sehr viel Zeit genommen werden. Trotz Finanzkrise sind die Preise dieser Objekte sogar in den vergangenen Jahren weiter gestiegen, Satellitenfernsehen und kabelosem Internet sei Dank.

Auf nach London zum Shoppen!

Mittwoch, 7. Januar 2009

Das Britische Pfund ist genauso viel wert wie der Euro? Das war lange Zeit absolutes Wunschdenken. Doch seit Ende letzten Jahres herrscht fast absolute Parität zwischen diesen beiden Währungen und die ersten Dauer-Shopper aus der Eurozone nutzen bereits die Gunst der Stunde um in London oder anderswo in Great Britain sich die neusten Kleidungsstücke bzw. hippsten Klamotten zu einem sehr günstigen Währungs-Umrechnungskurs zu sichern. In Punkto Währungsstabilität galt das Pfund lange Zeit als absolut “save” und unerschütterbar. Weshalb also jetzt dieser rapide Wertverlust in den letzten Monaten?

Schuld ist mal wieder die weltweite Finanzkrise. Abgesehen von USA und eventuell Island hat sie nirgendswoanders so erbarmungslos zugeschlagen wie in Großbritannien. Schon aus Tradition gilt London als eine der Weltfinanz-Hauptstädte. Jedoch auch unterirdische Konjunkturdaten im November verliehen der Talfahrt des Britischen Pfunds große Flügel. Über die letzten zehn Jahre hindurch wuchs die britische Wirtschaft ungebrochen, diese Phase ist nun passé. Der Leitzins der Bank of England lag in dieser Zeit höher als der Zins der Europäischen Zentralbank und somit konnten immense Anlagegelder ins Vereinte Königreich gelockt werden. Jetzt liegt der Zins satte 50 Basispunkte unter dem Zins der Eurozone und weitere Geldmittel dürften die Insel somit Richtung Europäisches Festland verlassen.

Zwei Fakten sprechen allerdings dafür, dass sich das Britische Pfund in nächster Zeit wieder etwas erholen wird. Zum einen wird mit einer weiteren Zinssenkung des Europäischen Leitzinssatzes aufgrund extrem schlechter Konjunkturdaten gerechnet und zum anderen besitzt Großbritannien eine äußerst starke Kaufkraft, nach der, bei gegenwärtigem Stand, das Pfund locker um zehn bis 15 Prozent unterbewertet wäre. Allein schon aus Traditionsgründen werden sich die Briten ihre Währung nicht nehmen lassen, da sie weiterhin stark an einer eigenständigen Geldpolitik und somit auch Landeswährung interessiert sind. Immerhin galt diese noch bis Mitte vergangenen Jahres als dritte Weltleitwährung hinter dem US-Dollar und Euro.

Wenn Wein wertvoll wird…

Dienstag, 6. Januar 2009

 

Liv-Ex. 100 Index - So wird der offizielle Wein-Index an der Londoner Börse bezeichnet.  Hier tummeln sich Spitzenweine aus dem Burgund, der Rhone-Gegend und dem Bordelais (Südwestfrankreich) mit außerordentlich guten Chancen auf Wertsteigerungen.

Wer bisher dachte, dass ein Wein-Index völlig autark von wirtschaftlichen Einflüssen reagiert, irrt sich gewaltig. Im Zeitalter der bis in jedes kleinste Detail vernetzten Weltwirtschaft reagieren auch absolute Spitzenweine wie ein „Lafite Rothschild” von 1986 auf die weltweit um sich greifende Rezession. Noch Ende September war von einer solch möglichen Wertveränderung nichts zu spüren. Bis zu satte 30 Prozent verlor dieser Wein, allerdings hat eine Flasche dieser Sorte mit etwa 700 Euro immer noch einen äußerst stolzen Preis.

Zur Ortientierung, auch beim Wein-Index gibt es feste Bewertungskriterien. Der Liv-Ex. 100-Index bewertet die Preise von 100 Spitzen-Weinen, die jeweils nach Parker-Punkten (100 ist hierbei die absolute Höchstnote) beurteilt werden. Der US-Amerikaner Robert Parker erfand dieses 100-Punkte-System für Weine.

„Wir kaufen alles, egal was es kostet.”  Diese Aussage hatte bis vor drei Monaten Allgemeingültigkeit. Weinliebhaber litten darunter natürlich, Investoren rieben sich jedoch die Hände. Nun haben sich die Vorzeichen komplett geändert. Dies könnte mit Sicherheit auch wieder zugunsten der Weinqualität gehen. Sehr informative Hinweise hierzu liefert der Weblog „Planet Bordeaux” von Weinkritiker Mario Scheuermann. Sogar Käuferstreiks wie bei einer Auktion von Koppe & Partner im Dezember in Hamburg waren absolutes Sinnbild der gegenwärtigen Entwicklung. Die Schätzpreise waren vielen Kaufinteressenten scheinbar immer noch zu realitätsfern. Noch bis in den Februar hinein, dürfte die zurückhaltende Einstellung der Wein-Investoren anhalten, erst dann wird wieder mit einer langsamen Konsolidierung des Marktes gerechnet.

Die Preise der absoluten Welt-Spitzenweine entstehen nicht in Deutschland, sondern in Amerika, Asien und Großbritannien. Schon 2001 waren die Preise um etwa 30 bis 40 Prozent gefallen, bis ein Ende der Spirale nach unten eintrat. Der Wert von Weinen wie Pétrus, Latour, Cheval Blanc oder Lafite Rothschild vervierfachte sich in den zurückliegenden drei Jahren. Kritiker Scheuermann rechnet damit, dass die momentan herrschende weltweite Finanzkrise am Ende noch mehr Vermögende mit einem jeweils noch größerem Einzel-Vermögen hervorbringen wird. Die Investmentaussichten für Klasse-Weine bewertet Scheuermann zukünftig sogar als sehr positiv.

Weshalb macht es aber überhaupt Sinn in Wein zu investieren? Wein gibt es doch heutzutage in unendlicher Menge und steigende Preise bewirken damit doch kaum eine Wertsteigerung?

Weit gefehlt - Chateau Petrus stellt jährlich gerade einmal 30.000 Flaschen dieses edlen Rebensaftes her. Daher haben sich die Preise der Weine die im Liv-Ex. 100-Index erfasst werden im Jahresvergleich zu anderen Börsen-Indizes kaum verändert. Im gerade begonnen Jahr 2009  wird es laut Experten weiterhin sehr gute Möglichkeiten geben, im Hochpreissegment ein Schnäppchen zu machen; allerdings nicht mit Weinen aus den Jahren 2006 oder 2007. Gute Jahrgänge zum Investieren könnten hingegen die Jahre 1987 und 1997 sowie 2000 sein; das sagen zumindest Experten wie Mario Scheuermann oder der Raritätenhändler Drawart.

DAX 2009 - Minus 16 Prozent?

Montag, 15. Dezember 2008

“Shareholder Value” - was war das noch gleich?  Ach ja, richtig! Alles in einem Unternehmen ist darauf ausgerichtet, den Wert  zugunsten der beteiligten Aktionäre zu steigern…  - Macht das denn gegenwärtig wirtschaftlich überhaupt noch irgendeinen Sinn? Laut Expertenmeinung wohl eher wenig.

Der aufmerksame Finanzteil-Leser der “Welt” oder des “Hamburger Abendblatts” findet in regelmäßigen Abständen kurze wirtschaftliche Situationsinterpretationen der Chefanalysten wichtiger deutscher Banken. Bernd Schimmer, Wertpapieranalaysechef der Hamburger Sparkasse sieht die Entwicklung des DAX in 2009 über das ganze Jahr hinweg eher seitwärts im Bereich zwischen 4000 und 4500 Punkten, ein sattes Minus von 16 Prozent im Vergleich zum jetzigen Stand. Was macht es also auch den sogenannten Experten momentan so schwer, zielgenaue Kursentwicklungen bestimmter Indizes vorherzusagen?

Die Gründe liegen auf der Hand, die gegenwärtige Finanzkrise und die langsam um sich greifende weltweite Rezession. Früher klopften sich Anleger brav selbst auf die Schulter wenn sie mal wieder in Eigenregie eine ordentliche Jahres- Rendite von gut sieben Prozent eingefahren hatten und den Festzinsanlage-Angsthasen somit locker das Nachsehen gaben. Heute können sieben Prozent Kursunterschied durchaus mal die Volatilität eines einzigen Handelstages sein…

Zwischen 3400 und 5200 Punkten werden für die DAX-Entwicklung 2009 momentan von den Experten prognstiziert. Hier dazu mal ein paar kurze Fakten:

Gut 42 Prozent gab der DAX im Laufe des aktuellen Jahres nach. Nur Gold (in Euro gemessen) und Bundesanleihen erzielten eine positive Rendite (13,2 Prozent für zehn Jahre). 27 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung macht allein der Anteil der USA aus, auf den Plätzen folgen Japan, Deutschland und China (acht und jeweils sechs Prozent). Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt wird ein Minus von 1,0 bis 1,5 Prozent erwartet, mit einer zeitgleichen Zunahme der Arbeitslosenzahl um 500.000 Menschen. Ob dann bereits 2010 für uns alle das Gröbste vorüber ist, bleibt zur Zeit stark anzuzweifeln.

Die große Fonds-Flucht

Sonntag, 30. November 2008

Seit 1950 gibt es die Möglichkeit Geld in Investmentsfonds anzulegen. Fleißig sparten renditeorientierte Anleger Jahr für Jahr ihr nicht benötigtes Geld in die zum Teil sogar steuerorientierten Anlagefonds. Durch die weltweite Finanzkrise kommt es nun jedoch erstmals in der Investmentfonds-Geschichte zu einer Kapitalflucht in noch nie dagewesener Größe.

Rund 46,3 Milliarden Euro flossen alleine im Oktober aus den Anlagefonds, das sind etwa 10 Prozent des Gesamtfondsvermögens. Viele Fondsanleger parken ihr zurückgefordertes Geld aktuell lieber auf einem Tagesgeldkonto. Was bedeutet dies nun im einzelnen für die Zusammensetzung und das Management der Investmentfonds?

Die Fondsmanager kokettierten jahrlang mit ihrem großen finanziellen Spielraum zur Streuung der Anlagevarianten und somit zur Risikoverminderung, dieser Spielraum ist jetzt  kaum noch vorhanden. Auch die Wírtschaftlichkeit der jeweiligen Fonds wird massiv unter dem gegenwärtigen Mittelabfluss leiden, da nicht nur die Einrichtung eines Fonds sondern auch die Risikokontrolle und Fonds-Prüfungen ordentlich Gebühren kosten. Allein in Deutschland gibt es derzeit rund 3341 Investmentfonds mit einem Volumen von jeweils kleiner als 50 Millionen Euro.

Fondsanleger die ihre Anteile weiterhin behalten, könnten bald mit deutlich höheren Verwaltungsvergütungen die Zeche für den massiven Mittelabfluss zahlen müssen. Auch Kursverluste können noch zusätzlich zum Schrumpfen des Fondsvolumens beitragen.

Bezüglich der ab 2009 gültigen Abgeltungssteuer könnte die Schließung eines Fonds für die darin investierten Anleger äußerst unangenehme Folgen haben. Der geldwerte Vorteil bei einer gewinnbringenden Veräußerung von Fondsanteilen unter Anwendung der mehr als zwölfmonatigen Mindesthaltedauer wäre bei einer vorzeiten Fondsschließung dahin. Diese Regelung kann nur durch eine Verschmelzung des zu schliessenden Fonds mit einem anderen Produkt verhindert werden. Aber auch diese Vorgehensweise kann vom zuständigen Finanzamt steuerlich als Verkauf und Neukauf bewertet werden, womit wieder der eifrige Sparer in der Beweispflicht wäre. Deutsche Fondsbetreiber unterliegen bei einer vorzeitigen Fondsschließung lediglich einer 13monatigen Vorinformationspflicht gegegnüber ihren Anlegern. Bei Luxemburg-Fonds beträgt diese Vorinformationspflicht sogar nur drei Monate.

Laut einer Statistik ist der gegenwärtige Anteil von Minifonds bei Templeton mit 78 Prozent am höchsten, bei Union Investment, Deka und DWS am niedrigsten. Deshalb ist momentan der Anleger einfach gut beraten, sein bestehendes Depot nach Fonds mit Gefährdungspotenzial zu durchsuchen und dann dementsprechend zu handeln. Die Fondsgesellschaften hingegen rechnen zur Zeit eher noch nicht mit einem Selbstreinigungseffekt ihres Marktes.

Die Finanzkrise - anschaulich dargestellt

Sonntag, 26. Oktober 2008

Wie kam es eigentlich zur großen Finanzkrise, was bewirkt sie und welche Maßnahmen könnten in Zukunft vor einer solchen Krise schützen?

Der folgende Beitrag versucht Licht ins Dunkel zu bringen und regt Maßnahmen an, die eine zukünftige Finanzkrise verhindern könnten…

Als ich 1997 zum ersten Mal in den USA war, wunderte ich mich schon etwas. In der etwa 25.000 großen Stadt vor den Toren Washingtons besaß fast jeder Bürger ein ordentliches oder sogar neuwertiges Auto und die allermeisten Einwohner lebten in adretten Einfamilienhäusern mit vorzüglich gepflegten Vorgärten. Eine ziemlich wohlhabende Gegend dachte ich mir, ohne wirklich die Hintergründe zu kennen. Vor den meisten Häusern standen damals sogar zwei oder mehr Autos. Radwege in bestem Zustand gab es dort übrigens auch… - Fragt sich nur für wen eigentlich? Ich sah während meines zehntägigen Aufenthalts dort höchstens drei Radfahrer, zwei davon bildeten eine Polizeistreife des örtlichen Police Department.

War ich also in einer Stadt für Manager und hohe leitende Angestellte gelandet? Weit gefehlt, die Leute hatten Berufe wie in jeder deutschen Mittelstadt, Angestellte, Handwerker, Selbständige, Hausfrauen, Rentner, usw… Jeder ging in Ruhe seiner Tätigkeit nach, vergnügte sich in der Freizeit auf den öffentlichen Sportanlagen, in Parks oder dem örtlichen Freibad. Ich war von dieser Washingtoner Vorstadt äußerst angetan und kehrte beeindruckt wieder zurück nach Deutschland.

Im Oktober 2007 flog ich erneut in die USA um diese Stadt zu besuchen. Alles schien wie immer, doch so langsam schien etwas aus dem Gleichgewicht zu geraten. Man sollte wissen, dass die Amerikaner oft mehrfach in ihrem Leben den Job bzw. sogar die Region in der sie leben wechseln. Dies ist dort nichts Außergewöhnliches. Allerdings traten plötzlich, infolge einer ordentlichen Leitzinserhöhung der US-Notenbank, die ersten Zahlungsschwiergkeiten der Subprime-Kreditnehmer (Bürger mit schlechter oder kaum genügender Bonität) zutage. Diese Leute waren nicht mehr in der Lage, die monatlichen Finanzierungsraten für ihr Wohneigentum zu bezahlen.

“Do you have a credit card?” hörte ich bei einem kurzen Abstecher nach New York in einem Fast-Food-Restaurant. Meine Antwort war ein Kopfschütteln und ich erntete dafür vom Angestellten am Counter ein ungläubiges Staunen als wäre ich gerade  als erstes Lebewesen vom Mond zu Besuch in den USA.

Als Zubringer zu meinem Greyhound-Bus nach New York nutzte ich die Chauffeur-Dienste der Tochter unserer befreundeten Familie aus dem Umkreis von Washington. Morgens stiegen wir in ein blaufarbenes, für mich asiatischen Ursprungs zu sein scheinendes Auto, mit sehr geräumigem Platz für gut fünf Personen inklusive üppigem Kofferraum. Meine Frage nach kurzer Fahrtstrecke kam zwangsläufig:  “Sag mal, ist das Dein Wagen?” ”Ja klar!” bekam ich zu hören, “ich muss häufig meine Freundinnen fahren wenn wir Parties feiern gehen, weil hier so viel Platz drin ist!” Nun stellte ich mir natürlich die Frage was so ein Wagen wohl etwa neu kostet, und er war auch gerade erst zwei Jahre alt… Die Antwort die ich bekam, erstaunte mich schon sehr, “45.000 Dollar hat der gekostet!” Sofort stellte ich mir die Frage der Finanzierung und ich bekam eine für mich schon fast logische Antwort: “With Credit!”…

Im Greyhound-Bus nach New York hatte ich das Glück neben einem etwas älteren US-Bürger zu sitzen, der auf dem Weg zu seiner Tochter nach New York war. Bereitwillig und freundlich erklärte er mir die Probleme der US-Wirtschaft und Konjunktur. Sogar er selbst kritisierte die US-Regierung und deren Wirtschafts- bzw. Finanzpolitik schon damals scharf. Auf meine Frage nach der entstandenen Subprime-Krise gab er mir eine sehr einleuchtende Erklärung:

“Eine Familie in einem x-beliebigem Ort in den USA bietet ihr Haus zum Verkauf an, es liegt in einer durschnittlichen Wohnlage. Als das Haus zu einem ordentlichen Preis verkauft wird, werden die restlichen Häuser in der Nachbarschaft sofort um einiges an Wert höher eingestuft, da es sich hierbei wohl um ein begehrtes und sehr nachgefragtes Wohngebiet handelt. Einige Zeit später wird dort wieder ein Haus zum Verkauf angeboten und eines Tages hat es seinen Besitzer zu einem guten Kurs gewechselt. Die umliegenden Häuser steigen daraufhin wiederum in ihrem Wert. Doch plötzlich erhöht die US-Notenbank die Leitzinsen, dies bedeutete das Ende für alle Subprime-Kredit-Finanzierer und es war der Beginn der großen Finanzkrise…

Bitte überweisen Sie 20 Milliarden US-Dollar!

Freitag, 8. August 2008

So oder so ähnlich muss es sich angehört haben als bekannt wurde, dass die Citibank Anleihen im Wert von 20 Milliarden Dollar zurücknehmen muss. Diese waren aufgrund der Finanzkrise fast kaum noch verkäuflich geworden. Folge: Der Aktienkurs der Citigroup sank um 3,9 Prozentpunkte auf 18,93 US-Dollar.

Betroffen von der Rückkaufsaktion für die Anleihen sind sowohl 40.000 private als auch 2.600 institutionelle Anleger. Durchgesetzt haben diese Vorgehensweise die US-Börsenaufsicht SEC und die US-Justiz. Als Zivilstrafe für ihre nicht mehr einzuhaltenden Anleihe-Zusagen muss die Citigroup rund 100 Millionen Dollar zahlen.

Doch auch etliche andere Banken sind mittlerweile ins Visier der US-Justiz bzw. der SEC gelangt. Auf etwa 200 Milliarden Dollar werden die auktionsbasierten Anleihen geschätzt, die noch immer in Besitz von Investoren sind. Genannt werden sie Auction-Rate-Securities, ihre Zinsen werden bei Auktionen regelmäßig festgelegt. Bis kurz vor der ausbrechenden Kreditkrise war sogar ein Verkauf dieser Papiere für die Anleger möglich. Nun ist ein entsprechender Markt hierfür leider nicht mehr vorhanden.

DAX knackt die 7000

Sonntag, 4. Mai 2008

Zuletzt erreichte der Deutsche Leitindex im Februar die 7000er Marke. So langsam rückt die Finanzkrise in den Hintergrund - Zeit für Schnäppchenjäger? Bereits am Donnerstag notierte Vorreiter Dow Jones über der wichtigen 13.000 Punkte-Marke. Freitags konsolidierte er dann seine Entwicklung. Nach und nach scheinen die Anleger wieder Vertrauen in Aktien zu gewinnen.

Stehen die Aktien schlecht,  flüchten Anleger tendenziell in Rohstoff- und Devisenmärkte -also sichere Häfen. Dies kehrt sich zur Zeit langsam wieder um, sodass am Freitag Devisenwerte wie der Euro und Rostoffnotierungen deutlich schwächer waren. Somit könnte der “Beinahe-Bankrott” von Bear Stearns im März als unrühmlicher Höhepunkt der Finanzkrise gesehen werden. Bleibt abzuwarten, wieviele Unternehmen derzeit börslich unterbewertet sind.

Allerdings sprechen momentan eine Vielzahl schlechter Statistik- und Wirtschaftsforschungsdaten eher für eine kurze Erholungsphase in einem insgesamt negativen Trend. Der Investitionsrückgang im US-Wohnungsbau, das Ansteigen der Inflationsrate inklusive höherer Energiekosten und die Bewältigung der Kreditexzesse der US-Haushalte durch eine höhere Sparquote.

Die Optimisten in Finanzexpertenkreisen sehen etwaige sinkende Gewinneinschätzungen der Unternehmen schon als miteinkalkuliert an. In früheren Rezessionsphasen hätten Unternehmen ihrer Gewinnerwartungen auch sehr schnell nach unten angepasst. Daher sollte man die aktuell vorliegenden Gewinnwarnungen als absolut marktrealistisch einschätzen. Gegenwärtig haben 63 Prozent der Unternehmen bei ihren diesjährigen Berichten positiv überrascht, der langjährige Durchschnitt liegt dagegen nur bei 58 Prozent.

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