Träumen Sie immer noch vom Feriendomizil im Süden? Dann bitte Geldkoffer auf und sofortige Barzahlung…
Sie sind gerade nicht so flüssig? Dann bitte Nachweis über ein schuldenfreies Eigenheim in Deutschland.
So sehen derzeit die Bedingungen für Durchschnittskunden aus, die gerne einen Zweitwohnsitz im sonnigen Süden erwerben möchten. Mittlerweile ist den finanzierenden Banken das Kreditausfallrisiko für Kunden mittlerer Bonität zu groß geworden, sodass sich der Traum von der Ferienimmobilie nur noch für Wohlhabende oder Reiche erfüllen wird.
Sogar die Lage der gewünschten Ferienimmobilie wird seit einiger Zeit sehr akurat geprüft, die Traumimmobilie im strukturschwachen Gebiet hat da schon viel geringere Finanzierungschancen. Auf Sylt müssen Interessenten schon 40% des Kapitals als Eigenmittel haben, um ein Hypothekendarlehen zu bekommen. Mit Wertverlusten ist auf dem liebstem deutschen Eiland dagegen überhaupt nicht zu rechnen. Wer hingegen das gleiche Objekt im Harz, dem Sauerland oder der Rhön erwerben möchte, guckt ziemlich schnell in die Röhre.
Banken stufen Ferienimmobilien derzeit als reine Luxusobjekte ein und wenn, dann werden diese sogar hinsichtlich der Nutzbarkeit als normales Wohnhaus überprüft. Diese Vorgehensweise praktiziert beispielsweise die Dresdner Bank. Schuld an dieser Situation ist natürlich die allgemeine Wirtschaftskrise und gerade Ferienimmobilien unterliegen sehr starken zyklusbedingten Schwankungen. Bestes Beispiel hierfür ist Spanien, von 1998 bis 2006 stiegen dort die Preise extrem an, begünstigt durch das große Nachfrageverhalten von Briten, Deutschen, Österreichern und Skandinaviern. Es wurden immer neue gigantische Ferienkomplexe geschaffen, die jetzt bis zu 70% günstiger zu haben sind, inklusive Neuwagen. Diese gibt es nun schon als Zubrot obendrein, weil die Projektentwickler ihre Obejekte kaum noch an den Mann bringen. Eine ähnliche Entwicklung machten in Deutschland der Westharz nach der Wiedervereinigung bzw. die Wohnungen der 80er Jahre an der Nord- und Ostsee in Schleswig-Holstein durch. Die Westberliner fuhren lieber an die Ostsee nach Mecklenburg-Vorpommern, die Betonbauten an der Nord- und Ostseeküste gelten heute jedoch als hässlich und nicht mehr vermittelbar.