Archiv für die Kategorie „Standard & Poor´s“

Was wäre ATU ohne KKR - Auto Teile Unfall?

Sonntag, 10. Februar 2008

Bereits noch im ersten Quartal diesen Jahres will der Finanzinvestor KKR für seine angeschlagene Werkstattkette ATU ein Finanzierungspaket vorlegen, sogar inklusive Eigenkapitalzufluss. Über den Umfang gibt es bislang noch Spekulationen, jedoch handelt sich um eine dringend notwendige Massnahme, denn der Kurs der ATU-Aktie dümpelt inzwischen nur noch bei 45 Prozent.

Hier ein paar Fakten und Zahlen zu ATU. Peter Unger gründete seine Werkstattkette in den 80er Jahren in Berlin. In den darauf folgenden Jahren kam es zur Expansion, heute betreibt ATU in sechs europäischen Ländern 620 Filialen und es besteht immer noch das Ziel eines Tages bis auf 1000 Filialen zu wachsen. Doch wo viel Umsatz oder Gewinn erzielt werden soll gibt es zumeist auch hohe Kosten. Genau diese sind momentan nicht mehr im Rahmen und bereits als KKR vor drei Jahren den Autoteile-Konzern von Doughty Hanson für 1,4 Mrd. Euro übernahm, stuften Experten den Kaufpreis als zu hoch ein.

In den letzten Monaten wurden die Kreditbedingungen für ATU neu verhandelt und erleichtert, im Dezember folgte dann die Entlassung des Konzernchefs, danach das Down-Rating durch Standard & Poor´s und zum Abschluss gab es noch ein schlechtes Bilanzjahr für 2007. 130 Mio. Euro Gewinn sollte ATU laut Abmachung mit den Kreditbanken verdienen, aber es wurden nur 100 Mio. Euro.

KKR versucht nun also die Kehrtwende zu betreiben, zur Eröffnung des neuen Jahres gab es schon mal einen neuen Konzernchef, den Ex-VW-Manager Michael Kern. Jetzt folgt also der nächste Step, die Ausstattung mit neuen finanziellen Mitteln. Aber auch in der Konzernstrategie tut sich was, es sollen neue Geschäftsfelder erschlossen bzw. diejenigen, die schon jetzt sehr profitabel sind, noch weiter ausgebaut werden, wie etwa die Wartung von ganzen Fuhrparks. Noch bis Ende diesen Monats soll dann die ”rundum erneuerte” Unternehemensstrategie vorgestellt werden.

Neues Rating für die WestLB - ist dann alles aus und vorbei?

Sonntag, 27. Januar 2008

Die WestLB befindet sich in der Bredouille. Mehrere Rating-Agenturen haben laut NRW-Landesregierung eine neue Einstufung der WestLB geplant und könnten sie damit endgültig schachmatt setzen. Bei einer massiven Bonitätsherabstufung müsste die WestLB erheblich höhere Kosten bei Krediteinkäufen verkraften, um die eigene Kreditvergabe nicht zu gefährden. Von den Rating-Agenturen werden Sicherheitsleistungen in Höhe von vier Milliarden Euro verlangt, um eine Herabstufung abzuwenden, zum jetzigen Zeitpunkt für die WestLB eine mittelschwere Katastrophe und das Sanierungskonzept wäre ebenfalls erheblich in Gefahr. Bereits vor einer Woche war eine Kapitalerhöhung um zwei Milliarden Euro vereinbart worden.

Erst vor einigen Tagen haben die Eigentümer darüber beraten, die WestLB in eine große Zweckgesellschaft aufgehen zu lassen, um sie besser vor Risiken abzusichern. Risikoaktiva aus dem Institut sollten in dieser neuen Gesellschaft zusammengefasst werden. Die Ratingagentur Standard & Poor´s warnte bereits vor einem Verlust des A-Ratings. Auch über eine Neubesetzung der WestLB-Führungsspitze wird momentan beraten, da der Vertrag von Vorstandschef Alexander Stuhlmann Ende März ausläuft.