Archiv für die Kategorie „Rating“

Warren Buffet als Helfer in der Not

Donnerstag, 14. Februar 2008

In letzter Zeit hatten die Bondversicherer wirklich nichts zu lachen, doch nun kommt ihnen jemand zu Hilfe, Warren Buffet. Er ist Milliardär, Multiunternehmer und Börsenguru. Nun steigt er im ganz großen Stil bei den Anleihenversicherern ein und entlastet somit die mittlerweile stark angeschlagenen Finanzriesen. Er nimmt ihnen Garantien für kommunale Anleihen über 800 Mrd. Dollar ab, in dem sein Mega-Unternehmen Berkshire Hathaway jetzt den drei bedeutensten Bondversicherern  MBIA, Ambac und FGIC ein dazu passendes Angebot unterbreitet hat. Buffet beschränkt sich jedoch hierbei ausschließlich auf kommunale Anleihen, die sehr viel komplizierteren CDO-Schuldverschreibungen sind  ausgenommen, zumal diese oft mit minderwertigen Hypothekenkrediten abgesichert wurden. Fraglich bleibt, ob überhaupt einer der drei Versicherer auf Buffets Angebot reagieren wird, da von ihm ein 50 Prozent höherer Aufschlag verlangt wird, als der, den MBIA, Ambac und FGIC selbst erhielten.  

Einerseits könnten sich die Bondsversicherer wirklich über Buffets Engagement freuen, andererseits würden sie in diesem Fall aber auch auf den höher riskanten Positionen sitzen bleiben, da kommunale Anleihen allgemein als sehr sicher gelten und die noch vorhandenen CDO´s dann einen Großteil des Kapitals aus dem Buffet-Deal auffressen würden. Bereits in letzter Zeit war bei etlichen Versicherern dadurch ein Down-Rating  festzustellen, eigentlich die grundlegende Basis für den Versicherungsschutz. Aber auch bei einer Entscheidung pro Buffet könnte dies ein schlechteres Rating nicht mehr verhindern. Die Börse reagierte dementsprechend,  Ambac sank um 6,5 Prozent, MBIA um 7,6 Prozent. Der Dollar stieg im Vergleich  zum Yen und zum Euro.

Ein paar Zahlen zu Warren Buffet?

Er ist 77 Jahre alt, mehr als 70 verschiedene Firmen beinhaltet sein Mega-Imperium und sein Vermögen wird auf rund 52 Milliarden Dollar geschätzt. Zuletzt gründete er eine Gesellschaft, die Bonds absichern soll, mit denen Städte, Bezirke oder Bundesstaaten öffentliche Bauvorhaben finanzieren. An American Express und Procter & Gamble ist er zu großen Anteilen beteiligt.

Was wäre ATU ohne KKR - Auto Teile Unfall?

Sonntag, 10. Februar 2008

Bereits noch im ersten Quartal diesen Jahres will der Finanzinvestor KKR für seine angeschlagene Werkstattkette ATU ein Finanzierungspaket vorlegen, sogar inklusive Eigenkapitalzufluss. Über den Umfang gibt es bislang noch Spekulationen, jedoch handelt sich um eine dringend notwendige Massnahme, denn der Kurs der ATU-Aktie dümpelt inzwischen nur noch bei 45 Prozent.

Hier ein paar Fakten und Zahlen zu ATU. Peter Unger gründete seine Werkstattkette in den 80er Jahren in Berlin. In den darauf folgenden Jahren kam es zur Expansion, heute betreibt ATU in sechs europäischen Ländern 620 Filialen und es besteht immer noch das Ziel eines Tages bis auf 1000 Filialen zu wachsen. Doch wo viel Umsatz oder Gewinn erzielt werden soll gibt es zumeist auch hohe Kosten. Genau diese sind momentan nicht mehr im Rahmen und bereits als KKR vor drei Jahren den Autoteile-Konzern von Doughty Hanson für 1,4 Mrd. Euro übernahm, stuften Experten den Kaufpreis als zu hoch ein.

In den letzten Monaten wurden die Kreditbedingungen für ATU neu verhandelt und erleichtert, im Dezember folgte dann die Entlassung des Konzernchefs, danach das Down-Rating durch Standard & Poor´s und zum Abschluss gab es noch ein schlechtes Bilanzjahr für 2007. 130 Mio. Euro Gewinn sollte ATU laut Abmachung mit den Kreditbanken verdienen, aber es wurden nur 100 Mio. Euro.

KKR versucht nun also die Kehrtwende zu betreiben, zur Eröffnung des neuen Jahres gab es schon mal einen neuen Konzernchef, den Ex-VW-Manager Michael Kern. Jetzt folgt also der nächste Step, die Ausstattung mit neuen finanziellen Mitteln. Aber auch in der Konzernstrategie tut sich was, es sollen neue Geschäftsfelder erschlossen bzw. diejenigen, die schon jetzt sehr profitabel sind, noch weiter ausgebaut werden, wie etwa die Wartung von ganzen Fuhrparks. Noch bis Ende diesen Monats soll dann die ”rundum erneuerte” Unternehemensstrategie vorgestellt werden.

Neues Rating für die WestLB - ist dann alles aus und vorbei?

Sonntag, 27. Januar 2008

Die WestLB befindet sich in der Bredouille. Mehrere Rating-Agenturen haben laut NRW-Landesregierung eine neue Einstufung der WestLB geplant und könnten sie damit endgültig schachmatt setzen. Bei einer massiven Bonitätsherabstufung müsste die WestLB erheblich höhere Kosten bei Krediteinkäufen verkraften, um die eigene Kreditvergabe nicht zu gefährden. Von den Rating-Agenturen werden Sicherheitsleistungen in Höhe von vier Milliarden Euro verlangt, um eine Herabstufung abzuwenden, zum jetzigen Zeitpunkt für die WestLB eine mittelschwere Katastrophe und das Sanierungskonzept wäre ebenfalls erheblich in Gefahr. Bereits vor einer Woche war eine Kapitalerhöhung um zwei Milliarden Euro vereinbart worden.

Erst vor einigen Tagen haben die Eigentümer darüber beraten, die WestLB in eine große Zweckgesellschaft aufgehen zu lassen, um sie besser vor Risiken abzusichern. Risikoaktiva aus dem Institut sollten in dieser neuen Gesellschaft zusammengefasst werden. Die Ratingagentur Standard & Poor´s warnte bereits vor einem Verlust des A-Ratings. Auch über eine Neubesetzung der WestLB-Führungsspitze wird momentan beraten, da der Vertrag von Vorstandschef Alexander Stuhlmann Ende März ausläuft.