Archiv für die Kategorie „Kurs-Gewinn-Verhältnis“

Drei Wochen bis zum Anlegerfest

Dienstag, 4. Dezember 2007

Gibt es eigentlich auch Unternehmen, die so richtig vom Weihnachtsboom profitieren?

Gerade in den letzten Jahren entschlossen sich die Verbraucher immer mehr dazu, Markenartikel zu verschenken. Insofern ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass an Weihnachten Aktien  wie Hugo Boss hoch im Kurs stehen. Der operative Gewinn wurde in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 16 Prozent auf 218 Millionen Euro gesteigert und für die Zukunft werden weiterhin zweistellige Wachstumsraten prognostiziert. Boss schaffte sich mit Boss Woman, dem konzerneigenen Einzelhandel sowie Schuhen & Accessoires drei nachhaltige Wachstumsfelder. Die Deutsche Bank stuft diese Aktie daher als “sehr attraktiv” ein und gibt ein um 20  Prozent höheres Kursziel bei 55 Euro aus.

Die Analysten von GSC Research schätzen derweil eine andere Genuss-Aktie als kaufenswert ein. Den, eigenen Angaben zufolge, größten deutschen Wein- und Sekthändler Hawesko. Bei einem KGV von 15 für das kommende Jahr könnte sich hier eine Investition wirklich lohnen. Als Kursziel nennt M.M.Warburg-Analyst Thilo Kleibauer 28 Euro.

Denkt man an Weihnachten, denkt man unweigerlich auch an Schokolade und an die von Lindt & Spüngli  besonders gerne. In dieser Zeit macht der Schweizer Schokoladenhersteller ein Viertel seines Jahresumsatzes und erlebt momentan ein viel schnelleres Wachstums als der Rest der Schokoladen- und Pralinenbranche. Credit Suisse korrigierte das Kursziel von 3850 auf 4350 Schweizer Franken und hält Lindt & Sprüngli für eine der besten Aktien der Schweiz.

Weihachten duftet es jedoch nicht nur nach Lebkuchen und einer Menge anderer Leckereien, auch der obligatorische Gutschein von Douglas für synthetisch hergestellten Duft darf nicht fehlen. Allein im letzten Jahr bescherte das Weihnachtsgeschäft dem Parfümeriekettenprimus ein Umsatzplus von 13 Prozent. Douglas ist mittlerweile in 20 Ländern aktiv.

Aktien mit hoher Dividende

Samstag, 1. Dezember 2007

In den zurückliegenden zwölf Monaten ist der DAX um 22 Prozent gestiegen, der  sogenannte DivDAX jedoch um genau den gleichen Wert. Was ist eigentlich der DivDAX?

Der DivDAX ist ein reiner Kursindex, der die 15 DAX-Titel mit der höchsten Dividendenrendite enthält (von Allianz bis ThyssenKrupp). Beim “normalen” DAX wird angenommen, dass die ausgeschütteten Mittel sofort wieder in Aktien reinvestiert werden. Die Wertentwicklung des DivDAX errechnet sich ausschließlich aus dem Kursverlauf der zugrundeliegenden Aktien. Insgesamt sind also beide Indizes innerhalb von zwölf Monaten mit dem gleichen Prozentsatz gestiegen, doch die Anleger des DivDAX bekamen noch ordentliche Ausschüttungen on Top.

Drei Jahre zuvor hatten sich ebenfall beide Indizes gleich entwickelt, mit einem Plus von 90 Prozent. Einmal der DAX mit Dividenden, einmal der DivDAX ohne Dividenden. Allerdings sind in genau dieser Zeit die Ausschüttungen stark angestiegen, sodass die Wertentwicklung der 15 DivDAx-Titel, also Kursanstieg plus Dividende, die Wertentwicklung der 30 DAX-Titel um ca. zehn Prozent übertraf. Dadurch dass die 15 DivDax-Titel auch im DAX enthalten sind, erzielten sie verglichen mit den 15 DAx-Titeln mit der niedrigsten Dividendenrendite eine weitaus höhere Wertentwicklung.

Was sind die Ursachen für eine größere Wertentwicklung von Aktien mit hoher Dividendenrendite? Bei der Auszahlung der Dividende an die Aktionäre (meist einen Tag nach der Hauptversammlung) reagiert der Aktienkurs mit dem berühmten Dividendenabschlag, er fällt um die Höhe der ausgezahlten Dividende. Folglih verfügt das Unternehmen nach der Ausschüttung über weniger Kapital und ist somit auch weniger wert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis sinkt ebenfalls, die Aktie wird vom Preis her günstiger. Die Dividendenrendite steigt jedoch und die Aktie wird somit für Anleger attraktiver.

Schon seit gut vier Jahren steigen die Gewinne der deutschen Unternehmen. Durch Unternehmenskäufe von Finanzinvestoren gibt es auf dem Markt momentan praktisch keine angemessen bewerteten Übernahmekandidaten mehr. Das liegengebliebene Geld aus den Gewinnen geben die Unternehmen häufig an ihre Anteilseigner weiter. Die 30 DAX-Unternehmen zahlten dieses Jahr alleine Dividenden in Höhe von 23,6 Mrd. Euro und für 2008 wird mit einer Gesamt-DAX-Rekord-Ausschüttung in Höhe von 27,7 Mrd. Euro gerechnet. 

Wird die Dividendenpolitik durch Aktienrückkaufprogramme begleitet, ergeben sich gute Gelegenheiten für Anleger. Sobald ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft, folgt im Normalfall immer eine Kurssteigerung weil die Nachfrage steigt. Aber auch der Gewinn pro Aktie steigt natürlich, da der Jahresüberschuss auf weniger Aktien verteilt wird. Das KGV sinkt dann logischerweise. Im Vergleich zu Dividenden haben Kursgewinne sogar den Vorteil, dass sie noch bis zur Einführung der Abgeltungssteuer 2009 steuerfrei realisiert werden können.

Indexzertifikate auf Dividendentitel bieten sich immer dann an, wenn Anleger eine breite Risikostreuung wünschen. Allerdings empfehlen sich gegenwärtig gut gemanagte Dividendenfonds, da die Dividendentitel bis zur Abgeltungssteuer steuerlich das Nachsehen haben. Erste Positionen in Dividendenfonds sollten antizyklisch begonnen werden, da fast immer die Kurse der Aktien mit einer überdurchschnittlich hohen Dividendenrendite vor Beginn der Dividendenzeit (ab April und Mai) steigen.