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Der neuste Trend: Leasing von Tieren

Dienstag, 25. März 2008

Was bislang nur bei Immobilien oder Fahrzeugen möglich war, gilt jetzt auch für Lebewesen. Die Monatliche Leasing-Rate sichert das Recht auf eine entsprechende Nutzung des geleasten Gegenstandes, bei Tieren gibt es dafür zum Beispiel Nahrungsmittel. Hühner werden für das persönliche Frühstücksei geleast, Kühe für Käse oder Milch, Pferde für Reiterstaffeln der Polizei.

 Im Gegensatz zum traditionellen Leasing wird hier das Leasinggut, nicht gegen eine monatliche Zahlung dem Leasingnehmer überlassen, sondern nur die Erträge. Momentan werden immer noch Güter wie Produktionsmaschinen, Fahrzeuge, Bürogeräte und IT am häufigsten geleast. Die letzten Jahre lassen allerdings feststellen, dass die Leasingobjekte immer ausgefallener werden: Es gibt Schaf-, Ziegen- und Tigerleasing bis zum Hühnerleasing. 2007 haben die Deutschen für Leasing rund 57,4 Mrd. Euro investiert, 9,5 Prozent mehr als 2006.  Kühe werden besonders in der Schweiz verleast, in Deutschland ist dies noch viel weniger verbreitet.Bereits seit 1995 gab es in der Schweiz das Hühnerleasing, was zum Start der Internetvermarktung im schweizerischen Bauernverband als Werbegag entwickelt wurde.
Heutzutage gibt es dieses Hühnerleasing gar nicht mehr und es werden nur noch Kühe zum Leasing angeboten. Die Kuh wird für einige hundert Franken geleast, im Sommer auf die Alm getrieben und im Spätsommer gibt es den Ertrag – bis zu 25 Kilo Käse. Etliche Bergbauern bieten dieses Investment mittlerweile an, sodass in der Schweiz inzwischen mehrere hundert Kühe verleast sind.
Allerdings gibt es, wie bei fast allen Investments, auch hier ein gewisses Risiko. Tiere können unvorhersehbar erkranken und daher müssen solche Ereignisse vertraglich fixiert werden. Lebende Leasingprodukte können sich von ihrer Konstitution einfach sehr schnell verändern, sich vermehren oder plötzlich sterben. Daher gibt es beim Leasing von Tieren immer sehr spezielle Leasingverträge. Ob sich Tier-Leasing wirklich lohnt, kommt immer auf denen einzelnen Vertrag an. Für das Leasing von 40 Pferden, etwa für eine Polizei-Reiterstaffel, zahlt beispielsweise das Land Nordrhein-Westfalen 33.500 Euro jährlich, inklusive Pflege und tierärztlicher Versorgung sowie zuzüglicher Miete für die Stallungen. Vorteil für die Polizei ist hierbei, dass sich niemand mehr um die Pflege der Pferde während der Dienstzeit kümmern muss. Das Pferde-Leasing hat eine Vertragslaufzeit von zehn Jahren, beim Hühner-Leasing endet sie automatisch nach einem Jahr und gegen eine Extra-Zahlung kann das Huhn vor der Verarbeitung als Nahrungsmittel bewahrt werden.