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Aktien mit hoher Dividende

Samstag, 1. Dezember 2007

In den zurückliegenden zwölf Monaten ist der DAX um 22 Prozent gestiegen, der  sogenannte DivDAX jedoch um genau den gleichen Wert. Was ist eigentlich der DivDAX?

Der DivDAX ist ein reiner Kursindex, der die 15 DAX-Titel mit der höchsten Dividendenrendite enthält (von Allianz bis ThyssenKrupp). Beim “normalen” DAX wird angenommen, dass die ausgeschütteten Mittel sofort wieder in Aktien reinvestiert werden. Die Wertentwicklung des DivDAX errechnet sich ausschließlich aus dem Kursverlauf der zugrundeliegenden Aktien. Insgesamt sind also beide Indizes innerhalb von zwölf Monaten mit dem gleichen Prozentsatz gestiegen, doch die Anleger des DivDAX bekamen noch ordentliche Ausschüttungen on Top.

Drei Jahre zuvor hatten sich ebenfall beide Indizes gleich entwickelt, mit einem Plus von 90 Prozent. Einmal der DAX mit Dividenden, einmal der DivDAX ohne Dividenden. Allerdings sind in genau dieser Zeit die Ausschüttungen stark angestiegen, sodass die Wertentwicklung der 15 DivDAx-Titel, also Kursanstieg plus Dividende, die Wertentwicklung der 30 DAX-Titel um ca. zehn Prozent übertraf. Dadurch dass die 15 DivDax-Titel auch im DAX enthalten sind, erzielten sie verglichen mit den 15 DAx-Titeln mit der niedrigsten Dividendenrendite eine weitaus höhere Wertentwicklung.

Was sind die Ursachen für eine größere Wertentwicklung von Aktien mit hoher Dividendenrendite? Bei der Auszahlung der Dividende an die Aktionäre (meist einen Tag nach der Hauptversammlung) reagiert der Aktienkurs mit dem berühmten Dividendenabschlag, er fällt um die Höhe der ausgezahlten Dividende. Folglih verfügt das Unternehmen nach der Ausschüttung über weniger Kapital und ist somit auch weniger wert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis sinkt ebenfalls, die Aktie wird vom Preis her günstiger. Die Dividendenrendite steigt jedoch und die Aktie wird somit für Anleger attraktiver.

Schon seit gut vier Jahren steigen die Gewinne der deutschen Unternehmen. Durch Unternehmenskäufe von Finanzinvestoren gibt es auf dem Markt momentan praktisch keine angemessen bewerteten Übernahmekandidaten mehr. Das liegengebliebene Geld aus den Gewinnen geben die Unternehmen häufig an ihre Anteilseigner weiter. Die 30 DAX-Unternehmen zahlten dieses Jahr alleine Dividenden in Höhe von 23,6 Mrd. Euro und für 2008 wird mit einer Gesamt-DAX-Rekord-Ausschüttung in Höhe von 27,7 Mrd. Euro gerechnet. 

Wird die Dividendenpolitik durch Aktienrückkaufprogramme begleitet, ergeben sich gute Gelegenheiten für Anleger. Sobald ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft, folgt im Normalfall immer eine Kurssteigerung weil die Nachfrage steigt. Aber auch der Gewinn pro Aktie steigt natürlich, da der Jahresüberschuss auf weniger Aktien verteilt wird. Das KGV sinkt dann logischerweise. Im Vergleich zu Dividenden haben Kursgewinne sogar den Vorteil, dass sie noch bis zur Einführung der Abgeltungssteuer 2009 steuerfrei realisiert werden können.

Indexzertifikate auf Dividendentitel bieten sich immer dann an, wenn Anleger eine breite Risikostreuung wünschen. Allerdings empfehlen sich gegenwärtig gut gemanagte Dividendenfonds, da die Dividendentitel bis zur Abgeltungssteuer steuerlich das Nachsehen haben. Erste Positionen in Dividendenfonds sollten antizyklisch begonnen werden, da fast immer die Kurse der Aktien mit einer überdurchschnittlich hohen Dividendenrendite vor Beginn der Dividendenzeit (ab April und Mai) steigen.