Nachdem am Morgen Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung im Millionenbereich mit den Ermittlungsbehörden nach Bochum zur ersten Vernehmung fuhr, stieg daraufhin die Postaktie um bis zu drei Prozent an. Eigentlich doch ein völlig paradoxer Vorgang könnte man meinen.
In diesem Fall spekulieren die Börsianer aber auf eine Ablösung Zumwinkels als Vorstandschef, denn, neuen Wind in den Postkonzern zu tragen, wird ihm schon längst nicht mehr zugetraut. Allerdings gibt es bei den Börsenhändlern ein geteiltes Echo. Einerseits hat sich Zumwinkel erfolgreich gegen einen günstigen Schnellverkauf der Postbank gewehrt, andererseits veräußerte er erst vor einigen Monaten seine persönlichen Aktienoptionen für insgesamt 4,7 Millionen Euro, als von der Bundesregierung ein Mindestlohn für die Briefzustellung abgesegnet wurde und die Postaktie daraufhin zu einem sofortigen Höhenflug ansetzte. Klaus Zumwinkel steht dem Postkonzern seit 19 Jahren vor und verpasste dem Exmonopolisten über die Jahre ein modernes Facelifting zu einem heute weltweit operierendem Logistikkonzern. Momentan gibt es aber stetig Hinweise darauf, dass die Commerzbank unter Vorstandschef Klaus Peter Müller die Post-Tochter Postbank übernehmen möchte.