Archiv für die Kategorie „Börse China“

Die 100 teuersten Unternehmen - Jetzt sind sieben aus Deutschland mit dabei

Montag, 7. Januar 2008

Unter der “Creme de la Creme” der 100 Firmen mit der größten Marktkapitalisierung sind aus Deutschland nun E.ON (Platz 45 mit 148 Milliarden Dollar), Siemens (Platz 50 mit 146 Milliarden Dollar)Daimler (Platz 69), Allianz (Platz 76), die Deutsche Telekom (Platz 79), Volkswagen (Platz 94) und RWE (Platz 97) mit dabei. Den größten Sprung legte Volkswagen hin: Eine Verdoppelung der Marktkapitalisation auf 82 Milliarden Dollar (vorher Platz 203). PetroChina ist jedoch mit großem Abstand das derzeit teuerste Unternehmen der Welt mit einer Marktkapitalisierung von 724 Milliarden Dollar. Die Plätze zwei und drei belegen Exxon Mobil (512 Milliarden Dollar) und General Electric (375 Milliarden Dollar).

Ingesamt betrachtet hat Europa die USA von Platz Eins verdrängt. 46 Unternehmen aus Europa sind nun in den Top 100 vertreten, aus den Vereinigten Staaten sind es immerhin noch 32. Im internationalen Ländervergleich liegt Deutschland nun auf Position Nummer fünf hinter den USA, Großbritannien, China und Frankreich. Was sind die Gründe für das Aufstreben deutscher Top-Unternehmen?

Es wurden Kosten gesenkt, neue Märkte erschlossen und die Wettbewerbsfähigkeit wirksam gesteigert. Die US-Firmen hingegen litten unter dem schwachen US-Dollar, die wenig erfreuliche Entwicklung der heimischen Wirtschaft und natürlich der Subprime-Immobilienkrise. Fraglich ist hingegen, ob die Unternehmensbewertungen in China in ihrer Höhe angemessen sind und nicht eines Tages, ähnlich wie im Jahr 2000 bei der Internetblase, in sich zusammenfallen werden. 

Börsen-Ausblick 2008

Sonntag, 6. Januar 2008

Das ominöse sechste Jahr hat begonnen. Rein statistisch gesehen dürfte es für Anleger dieses Jahr an der Börse nicht mehr viel zu holen geben. Die Investmentstrategen erwarten zwar für 2008 ein DAX-Plus von sieben Prozent auf 8641 Zähler, jedoch zeigt die Historie, dass es noch nie sechs positive DAX-Jahre in Folge gab. Einzig Anfang der Achtziger Jahre lassen sich einmal sechs ansteigende aufeinanderfolgende DAX-Jahre finden, bei allerdings weitaus geringeren Kurszuwächsen verglichen mit heute.

Fakt ist, dass nur der, der auf unerwartete Dinge spekuliert, richtig Geld verdienen können wird. Die momentanen Expertenvorhersagen reichen von einem Ölpreis von 175 Dollar je Barrel, über ein Euro-Dollar-Verhältnis von 1:2, bis zu einem totalen Absturz des DAX oder einem Börsencrash in China. Also alles Jahresprognosen, die jenseits von Gut und Böse scheinen und deren Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte liegen wird.

Ursprünglich kommen solche Extremprognosen von Byron Wien, einem US-Investor, der 1986 erstmals eine “List of ten Surprises” veröffentlichte und damit großes Aufsehen erregte. Ungewöhnlich oft lag er sogar mit seinen wilden Vorhersagen goldrichtig. 

Chinesische Stützpfeiler

Sonntag, 30. Dezember 2007

Hier kommt eine Nachricht, die so schon lange nicht mehr neu ist. Ein fünf Milliarden schwerer Staatsfonds aus China kommt der US-Investmentbank Morgan Stanley zuhilfe. Im Gegenzug erhalten die Asiaten rund 10 Prozent. Nach Abschreibungen in Höhe von 9,4 Milliarden Dollar infolge der Hypothekenkrise findet sich nun auch Morgan Stanley in den roten Zahlen wieder. Daraus ergab sich für das noch laufende Geschäftsjahr ein Verlust von 3,59 Milliarden Dollar. Als Begründung für ihr Investment gaben die Chinesen die Erwartung eines längerfristigen Wachstums bei Morgan Stanley an. Der Anteil des Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) wird maximal 9,9 Prozent der umlaufenden Aktien betragen, ohne eine Führungsposition bei Morgan Stanley zu beanspruchen. Die weltweiten Gesamtabschreibungen aufgrund der Immobilien-Krise haben nun bereits die 60 Milliarden Dollar Marke überschritten.

Zinserhöhung Nummer Drei

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Als Massnahme gegen die Inflation und das Überdrehen der boomenden Wirtschaft hat China die Zinsen in diesem Jahr zum sechsten Mal erhöht. Bereits vor einer Woche hob die Zentralbank den Zinssatz, den Banken für einjährige Geldeinlagen zahlen müssen um 27 Basispunkte auf 4,14 Prozentpunkte an. Auch die Zinsen für einjährige Kredite wurden um 18 Punkte auf 7,47 Prozent angehoben. Beabsichtigt wird dadurch, die Bürger zu größeren Spareinlagen zu animieren, Liquidität aus dem Geldkreislauf abzuzweigen und die Inflation nicht noch auf weitere Konsumbereiche als die schon betroffene Lebensmittelbranche hereinbrechen zu lassen.

Im Immobiliensektor stiegen die Preise so stark wie vor zwei Jahren, ebenso hat der Chinesische Leitindex seit Anfang des Jahres über hundert Prozent zugelegt. Sämtliche Eingriffe der Zentralbank wie Zinserhöhungen oder Erhöhungen der Mindestreserve-Anforderungen für die Banken scheiterten, um die Zuwächse des Wirtschaftswachstums zu bremsen. Nun wird ein noch massiveres Vorgehen der chinesischen Zentralbank erwartet und dies könnte auch die Währungen im asiatischen Raum beflügeln.

Chinas Fondsmanager und die fallenden Märkte

Montag, 17. Dezember 2007

Bislang kannten chinesische Fondsmanager nur steigende Kurse, doch seit November müssen sie nun auch Erfahrungen mit fallenden Märkten machen. Mehr als die Hälfte ihrer Zunft in China hat weniger als zwei Jahre Berufserfahrung, ein Drittel sogar weniger als ein Jahr. Seit zwei Jahren gibt es den chinesischen Leitindex CSI 300 und in dieser Zeit verfünfachte sich sein Kurs. Im September erfolgte dann die plötzliche Kehrtwende und ein Verlust bis zu 17 Prozent. Zwar konnten im Dezember wieder 7,8 Prozent wettgemacht werden, doch wird in Expertenkreisen mit einer weiteren Bereinigung des Marktes gerechnet. Dies wird sich auch auf die Unternehmen auswirken, die im vierten Quartal durch den CSI 300-Abwärtstrend Verluste schreiben könnten. Auch eine darauffolgende Explosion der vorhandenen gigantischen Aktienblase scheint nun im Bereich des Möglichen.

Ab jetzt sind die chinesischen Fondsjongleure mehr gefordert als je zuvor. Der überwiegende Teil von ihnen nutzte bisher nur die Gunst steigender Kurse. Bei einer enormen Management-Fluktuationsrate zwischen 15 und 30 Prozent wird der Druck der auf den Fondsmanagern lastet nun zu einer ganz besonderen Komponente. Eine Beurteilung der Entwicklung einer Geldanlage in China erfolgt zumeist wöchentlich oder monatlich, daher sind die Portfoliomanager oft zu kurzfristigen Gewinnen gezwungen. Da dies nur durch spekulative Wertpapiere möglich ist, wird von ihnen oft voreilig in völlig überbewertete Papiere investiert. Trotz allem üben sich Chinas Fondsmanager derzeit in Optimismus und rechnen bislang nicht mit einem allgemeinen Abwärtstrend ihrer Börse.