Archiv für die Kategorie „Merrill Lynch“

Neue Milliarden-Verluste

Sonntag, 13. Januar 2008

Fast 15 Milliarden Dollar wegen Schwierigkeiten mit Hypothekengeschäften wird die US-Investmentbank Merrill Lynch verlieren. Insgeheim hatten Wall-Street-Experten nur mit zwölf Milliarden Dollar gerechnet.  Jetzt wird mit Investoren aus den USA, Asien und dem Nahen Osten verhandelt, um kurzfristig etwa vier Milliarden Dollar zusätzliches Kapital zu bekommen. Auch US-Beteiligungsgesellschaften sollen sich unter den Interessenten befinden. Bereits im Dezember hatte sich Merril Lynch bis zu 7,5 Milliarden Dollar durch einen Staatsfonds aus Singapur und eine weitere Fondsgesellschaft besorgt, um die erlittenen exorbitanten Verluste aus der Krise am Hypotheken- und Immobilienmarkt aufzufangen. 

Selbst der computergestützte US-Hedgefonds Rief (Renaissance Technologies Corp’s Institutional Equities Fund) hat angeblich in den vergangenen Monaten etwa vier Milliarden Dollar verloren. Der vor drei Jahren gegründete Hedgefonds hat nun einen Wert von weniger als 22 Milliarden Dollar, ursprünglich wurde ihm damals ein Vermögensvolumen von bis zu 100 Milliarden Dollar zugetraut. Unternehmensgründer ist Mathematikprofessor James Simons, er entwickelte seine Investitionsstrategien rein quantitativ basierend auf Computerberechnungen.

Ab dieser Woche legen Citigroup, Bank of America, JPMorgan Chase und andere Institute ihre Zahlen für das Schlussquartal 2007 offen. Spannend dürfte es vorallem werden, ob es noch weitere Risiken gibt, die erst jetzt ans Licht kommen und inwieweit die Immobilienkrise am Kapital der Großbanken nagt. Einige werden sich wohl vom nächstgrößeren Mitbewerber auffangen lassen müssen, wie der Hypothekenfinanzierer Countrywide Financial, der nicht mehr in der Lage war, von selbst den Sprung aus den Abschreibungsgewässern zu schaffen.

Die Quartalszahlen lassen nichts Gutes hoffen und vier Geldhäuser könnten sogar rote Zahlen schreiben: Marktführer Citigroup sowie KeyCorp, National City und Washington Mutual. Weiterhin haben die meisten Banken schon vorab kräftige Einbußen durch Abschreibungen auf Wertpapiere, eine höhere Risikovorsorge oder Verluste im Hypothekengeschäft angekündigt. Bleibt noch abzuwarten, in welchem Ausmaß das traditionelle Kreditgeschäft von der Krise in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Auch Kreditkartenfirmen wie American Express müssen erstmal kleinere Brötchen backen. Sie gehen von stark steigenden Ausfälle bei Verbraucherkrediten aus und stellen sich schon jetzt auf schwächere Ergebnisse ein. Die Aktienkurse der US-Institute insgesamt sind 2007 gegen den Markt und besonders im Schlussquartal kräftig gesunken. In Europa ist es kaum anders, hier erwarten jetzt ebenfalls die Investoren  die Quartalsberichte. Den Startschuss gibt die Deutsche Bank am 7. Februar.

Ackermann führt Deutsche Bank bis 2010

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann hat den US-Giganten Citigroup und Merrill Lynch eine Absage erteilt, da sie ihn schon vor dem Ablauf seiner Amtszeit als Konzernchef abwerben wollten. Als Ursache kann die Tatsache gedeutet werden, dass die Deutsche Bank auch in schwierigen Zeiten wie im Mannesmann-Prozess zu Ackermann hielt. Außerdem äußerte Ackermann erst neulich, gerne in Deutschland zu sein.

Damit rückt der Citigroup Topmanager im Investmentbereich, Vikram Pandit, auf die Position des heißesten Anwärters für den Chefposten. Nach Milliardenabschreibungen aufgrund der Kreditkrise war erst kürzlich Charles Prince als Citigroup-Chef zurückgetreten. Topkandidat Pandit arbeitete früher bei Morgan Stanley und ist erst seit dem Frühjahr bei Citigroup.