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Januar Crash 2008?

Sonntag, 20. Januar 2008

Über die Hälfte des Januars ist nun schon vorbei und man kann nur eines berichten, “Bad News”.

Besonders die Großbanken übertrumpfen sich gegenseitig mit neuen Rekordverlusten infolge der US-Hypotheken-Krise, der Dow Jones verlor seit Jahresbeginn mehr als sechs Prozent, der Nasdaq knapp zehn Prozent und beim DAX mit sechs Prozent Minus sieht es ganz genauso aus.

Selbst die Konjunkturdaten sind momentan nicht in der Lage die rasante Talfahrt zu bremsen, sodass sich jetzt die ersten Investoren von ihren Dividendenpapieren trennen, vornehmlich von Titeln aus der Finanzbranche oder stark von Konjunkurdaten abhängigen Papieren. Langsam muss man sich ernsthaft die Frage stellen, wie lange die US-Immobilienkrise noch auf die Finanzmärkte wirken wird.

Mit 18 Mrd. US-Dollar an Abschreibungen fuhr die Citygroup ihr schlechtestes Quartalsergebnis ein, die Gesamtsumme an Anbschreibungen aller US-Banken beläuft sich mittlerweile auf über 100 Mrd. US-Dollar. Auch die latent vorhandene Angst vor einer Rezession der US-Wirtschaft wurde durch die schlechten Zahlen aus dem Einzelhandel weiter genährt.

390 Mio. Euro musste in Deutschland die Hypo Real Estate auf ein US-Wertpapierportfolio abschreiben und bescherte dem DAX den größen Tagesverlust eines Einzeltitels, den es jemals gab. Um fast 40 Prozent brach der Kurs der Aktie am Dienstag ein, obwohl die Unternehmensführung die letzten Monate stets betonte, nicht von der Hypothekenkrise und den Börsenturbulenzen betroffen zu sein. Daher sind Anleger gegenwärtig gut beraten, erst mal abzuwarten, um nicht sofort ins offene Messer zu laufen.

Etwa 800 Mrd. Dollar an Börsenwert wurden in den USA in den vergangenen drei Wochen zunichte gemacht. In Japan sieht es noch schlimmer aus, da der Nikkei-Index seit seinem Höchststand vom Juli 2007 gut 20 Prozent verloren hat und momentan keine Aussichten auf eine kurzfristige Erholung bestehen. Für die Prognose der weiteren Entwicklung gehen die Meinungen der Pessimisten und Optimisten zur Zeit weit auseinander. Die Pessimisten sehen beim DAX weitere Verluste bis auf einen Stand von 6400 Zählern für möglich an, was sogar ein Durchbrechen der 200-Tage-Linie nach unten zur Folge hätte, während die Optimisten die Bewertung der Aktienkurse anhand der Gewinn- und Dividendenaussichten momentan noch nicht als überteuert ansehen.