Das Jahr 2008 begann ja bekanntlich mit einem großen Feuerwerk bei Öl und Gold. Der Barrel Rohöl kostete fast auf Anhieb 100 US-Dollar und die Feinunze Gold über 850 US-Dollar. Im weiteren Verlauf scheint eine Nach-Oben-Bewegung für diese beiden Rohstoffe durchaus wahrscheinlich, da in diesem Jahr vorallem Angebot und Nachfrage die beiden entscheidenden Kursparameter sein werden und nicht reine Spekulationsszenarien.
Dass die Ölressourcen nicht unbegrenzt sein werden, steht schon länger fest, nur rückt der Zeitpunkt bis zum Nichtmehrvorhandensein dieses Rohstoffs unaufhaltsam näher. Eventuell schon 2024 könnten die benötigten Fördermengen nicht mehr verfügbar sein. Die OPEC gibt sich beim gegenwärtigen Öl-Preisanstieg ratlos und vorhandene Öl-Reserven in den USA werden bislang noch nicht eingesetzt, um den momentanen Preisanstieg abzuschwächen. Ganz im Gegenteil, die vorhandenen strategischen US-Reserven sollen nur im absoluten Notfall eingesetzt werden und werden aktuell sogar auf das Maximum von 727 Millionen Barrel ausgeweitet.
Immer wieder kam es auch in der Vergangenheit zu Übergriffen auf die Ölförderungs-Industrie, wie jüngst in der nigerianischen Hafenstadt Port Harcourt; Nigeria ist weltweit der achtgrößte Öl-Exporteur. Momentan werden die Investoren von den Rohstoffmärkten einfach magisch angezogen, zu Lasten der Aktienmärkte. Ob der Ölpreis allerdings in diesem Jahr noch weiter kräftig steigen wird ist fraglich, da im Frühjahr die Nachfrage turnusgemäss immer wieder sinkt. Für die nächsten zehn Jahre erscheint aber eine Verdoppelung des gegenwärtigen Öl-Preises als durchaus realistisch.