Trotz Börsencrash und allgemeiner Marktturbulenzen, das Thema Abgeltungssteuer hat die Deutschen mittlerweile fest im Griff. Seit Januar wanderten bereits mehr als eine Milliarde Euro deutscher Anleger in steueroptimierte Fonds. Besonders die Produkte, die Schutz vor der neuen Steuer zum 1.Januar 2009 bieten werden verstärkt nachgefragt.
Nochmal zur Erinnerung, ab 2009 müssen alle Kapitalerträge pauschal mit 25 Prozent an das Finanzamt abgeführt werden, plus Solidaritätszuschlag und eventuelle Kirchensteuer, womit sich für den Einzelfall sogar eine Steuerabgabe von 28 Prozent errechnet. Bis Ende diesen Jahres ist noch die alte Spekulationsfrist von 12 Monaten gültig, nach deren Ablauf Kursgewinne bislang steuerfrei sind.
Gegenwärtig gibt es sogar massive Mittelzuflüsse (1,2 Mrd. Euro) in Aktienfonds, die der deutsche Geldanleger normalerweise nur zu sehr rosigen Börsenzeiten bedient. Nicht zuletzt ist dies aber auch ein Resultat der Vetriebsmaschinerie von Banken und Finanzdienstleistern, der allergrößte Teil an Investmentfonds wird noch immer am Bankschalter verkauft. Einige Experten sehen in dieser Entwicklung nun sogar die Chance zu einer kleinen Hausse an der Börse.
Auch die Dachfonds, die Gelder wiederum in andere Fonds investieren, erleben momentan eine Wiedergeburt. Etwa 2 Mrd. Euro flossen ihnen seit Jahresanfang zu. Bei den in Aktien und Anleihen investierten Mischfonds waren es immerhin noch 1,8 Mrd. Euro. Entscheidender Vorteil bei fast allen Fonds ist die Tatsache, dass der zuständige Fondsmanager die Fonds-Zusammensetzung, je nach Marktentwicklung, beliebig oft ändern kann.
UniOpti4 von Union Investment und der DekaOptiCash sind zur Zeit die größten steueroptimierten Fonds mit Gesamtvolumen von 18,2 bzw. 10 Mrd. Euro. Während die Kursgewinne dieser Fonds steuerfrei bleiben, müssen etwaige Zinsanteile an den Staat abgeführt werden. Voreilig sollte jedoch niemand Investmentfonds kaufen, da der jetzt noch gültige Bestandsschutz für Anlagen vor dem 01.01.2009 nachträglich vom Fiskus aufgehoben werden könnte. Auch die Auswahl der Fonds sollte genau bedacht werden, da es hierbei ja um eine längerfristige, die neue Steuer aussschliessende Anlageform geht, und Verluste erleidet bestimmt kein Geldanleger gerne.