Die Auslese hat begonnen. Seit Beginn der Kreditkrise trennen sich nun Gut und Böse bei den Geldmarktfonds. Zwischen dem momentan besten und dem schlechtesten liegen satte zwölf Prozent Unterschied! Der SEB Eurocash und der Kepler Asset Backed Securities Fonds erzielten eine Rendite von 5,8 Prozent, nur jeweils mit einmal positivem und einmal negativem Vorzeichen.
Bislang gab es in diesem Segment selten großartige Unterschiede in der Wertentwicklung, doch jetzt haben schon kleinste Fehler der Fondsmanager riesige Performance-Auswirkungen. Was früher höchstens einen Unterschied von ein oder zwei Prozent bewirkte, wird jetzt durch das Tohuwabohu an den Finanzmärkten auf einmal massiv beeinflusst. Die Wertpapiere in die investiert wird, sind immer noch die gleichen wie vorher, doch eröffnen sich für selbstbewusste Fondsmanager jetzt ungeahnte Einstiegschancen, obgleich auch nur für kurzfristige Ausleihungen.
Bislang kam durch die US-Hypotheken-Krise kein Kreditinstitut soweit in finanzielle Nöte, dass ein eklatanter Liquiditätsengpass vorhanden wäre. Jedoch leihen sich die Banken untereinander nun aus mangelndem Vertrauen gegenseitig kein Geld mehr. Auch die zahlreichen Liquiditätsspritzen sowie Zinssenkungen der Notenbanken können eine völlige Veränderung auf dem Geldmarkt nicht verhindern. Die früher viel gehandelten Kredite mit kurzer Laufzeit werden viel seltener und die Zinssätze für Tagesgeld, Zwei- und Dreimonatsgeld gehen stark nach oben.
Alleine die kurzfristigen außerordentlichen Abschreibungen der Großbanken auf Hypothekenanleihen mit Milliardenverlusten lassen den Satz für Dreimonatsgeld auf außergewöhnliche 4,91 Prozent steigen. Selbst der Europäische Leitzins notiert gegenwärtig nur bei vier Prozent. Geldmarktfonds die zur Renditesteigerung in etwas riskantere Wertpapiere investiert haben, geraten nun in ordentliche Turbulzenen.
Doch wie fast überall gibt es auch bei diesem aktuellen Szenario Gewinner. Von der Finanzmarktkrise unbetroffene Fonds wachsen momentan kräftig und die dorthin ungeahnten weiteren Geldzuflüsse lassen sich von den Fondsmanagern problemlos am Geldmarkt in Dreimonatspapiere zu 4,91 Prozent anlegen. “Geldparker” müssen bei den Geldmarktfonds von nun an stets selbst auf Gewinner und Verlierer achten.