Archiv für die Kategorie „Geschlossene Fonds“

Immobilienfonds mit Rettungsanker?

Sonntag, 30. Dezember 2007

Bei geschlossenen Immobilienfonds bestehen für Anteilseigner häufig Nachschusspflichten. Nicht selten hegen Anleger aber auch oft den Wunsch, die erworbenen Anteile wieder abzugeben. Dies lockt seit kurzem Gesellschaften aus Großbritannien oder den Kanalinseln. Hierbei sollen die Anleger eine Ausgleichszahlung von 13 Prozent ihrer ursprünglichen Einlage zahlen, um eventuelle Risiken für eine dieser übernehmenden Gesellschaften auszugleichen. Diese Vorgehensweise wird sowohl vom Deutschen Institut für Anlegerschutz (DIAS) als auch von einem Münchener Anlegerschutzanwalt scharf kritisiert. Es ist sogar von Kapitalanlagebetrug die Rede, weil Fondsgesellschaften und finanzierende Banken einer Übetragung der Anteile an ausländische Käufer nicht zustimmen, da diese nicht in Haftung genommen werden können. Die Praxis unlauteren Wettbewerbs machten sich schon in der Vergangenheit zahlreiche windige Firmen zunutze, etwa bei der Übernahme von Kreditverpflichtungen für Schrottimmobilien in den 90er Jahren.    

Öl als Geldanlage

Donnerstag, 6. Dezember 2007

100 Dollar für einen Barrel Öl - kurz vor der magischen Grenze machte der Ölpreis doch noch mal eine Kehrtwende. Preistreiber waren das starke Wirtschaftswachstum in China und Indien, vermehrte Anschläge auf Pipelines, niedrige Lagerbestände beim größten Verbraucher USA und natürlich geopolitische Risiken. Die höheren Lagerbestände der USA und die Spekulation auf eine Fördermengenerhöhung durch die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ließen den Ölpreis kürzlich wieder fallen, und er wird in 2008 laut einiger Marktbeobachter nur zwischen 70 und 80 Dollar pro Fass notieren.

Natürlich gibt es auch andere Stimmen wie die von Georg Thilenius als Vermögensverwalter, der eine weiteren Anstieg des Ölpreises innerhalb der nächsten sechs Monate prognostiziert. Seiner Meinung nach werden sich zu diesem Zeitpunkt schon die US-Zinssenkungen infolge der Kreditkrise ausgewirkt haben und von der Regierung in Washington erwartet er ein Anschieben der Konjunktur zwecks Wählerstimmenfang.

Aktien, Investmentfonds, Zertifikate und geschlossene Fonds sind die Möglichkeiten für eine Geldanlage in Öl. Exxon als einer der größten Ölkonzerne, seismische Fimen, Ölbohrer, Pipelinebauer und andere Dienstleister verdienen direkt am Öl, haben aber auch das höchste Risiko für den Geldanleger.

Aktienfonds lassen dieses Risiko in erheblichem Maße, jedoch nicht ganz minimieren. Hier wird das angelegte Geld auf mehrere Handelstitel verteilt. Hinzu kommt jedoch, dass viele Fondsmanager einen sehr großen Teil des von ihnen betreuten Fondsvermögens in Großkonzerne wie Exxon investieren.

Die dritte Möglichkeit sind Zertifikate mit denen auf Aktienindizes gewettet werden kann oder man nutzt  Termingeschäfte um direkt an der Ölpreisentwicklung zu partizipieren. Jedoch gibt es auch hier unterschiedliche Produktvarianten, sogar solche mit Währungsschutz oder Absicherung gegen Preisrückgänge.

Geschlossene Fonds sind die vierte Alternative. Bei Nordcapital investiert ein neuer Fonds in drei Versorgungsschiffe der Ölindustrie. Der Ölpreis entwickelt sich hierbei nahezu konform zu den Charterraten der Versorgungsschiffe für Erdöl- und Erdgasplattformen. MPC Capital und HCI Capital bieten ab Februar 2008 einen auf eine Tiefsee-Erkundungsplattform vor Brasilien spezialisierten geschlossenen Fonds an, jedoch inklusive der unternehmerischen Risikobeteiligung.