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Der Ölpreis fällt wieder - und mit ihm auch die anderen Rohstoffe

Donnerstag, 7. August 2008

Was ist der Grund dafür, dass beim momentanen Fallen des Ölpreises auch andere Rohstoffwerte mit nach unten gezogen werden?

Häufig investieren Anleger nicht nur ausschließlich in Öl, sondern in breit gefächerte Rohstoff-Fonds. Wer sein so angelegtes Geld jetzt noch in Sicherheit bringen möchte, sollte dies am besten schleunigst tun. Selbst kurze Nadelstiche, wie Anschläge auf Öl-Raffinerien in Nigeria oder die Explosion einer großen transatlantischen Öl-Pipeline können dem Ölpreis momentan nicht viel anhaben. Das seit Monaten anhaltende Spekulieren auf den Ölpreis hat seit einigen Tagen ein abruptes Ende gefunden, ursächlich auch durch die extreme Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums.  

Die Investmentbank Lehman Brothers rechnet für die USA dieses Jahr mit einem Rückgang der Ölnachfrage um drei Prozent. In Anbetracht der kürzlich erst stark gestiegenen US-Öl-Vorräte ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Ölkurs nun schon wieder einen neuerlichen Ausschlag nach unten zu ertragen hatte.

Doch Angebot hin oder Nachfrage her, das Zünglein an der Ölpreis-Waage spielen beim Ölhandel noch immer ganz andere, nämlich diejenigen, die auf Preisanstiege oder Preisnachlässe setzen, im Fachjargon auch als Spekulanten bekannt. Zum ersten Mal seit Jahresbeginn 2007 gab es bei den “Short”- und “Long”-Kontrakten wieder einen Überhang der “Shorts”, also der Verträge, die auf ein Absinken des Preises für einen Rohstoff setzen. Momentan wird in Expertenkreisen ein weiteres Fortdauern dieser Entwicklung vermutet, sogar bis zu der Annahme, dass es ab jetzt zu einer Untertreibung für den Ölpreis kommen könnte. Konkret stehen damit sogar wieder Rohölnotierungen von unter 100 Dollar je Barrel im Raum.

Edelmetalle wie Palladium und Platin und einige andere Metalle sowie Agrarrohstoffe wie Mais oder Sojabohnen hatten jüngst ebenfalls starke Preisrückgänge zu verkraften und auch hier waren die Spekulanten am Markt die Hauptübeltäter der negativen Wertentwicklung. Die Index-Investments dieser Gruppe  führten somit zu einem gleichzeitigen Preirutsch ganzer Rohstoffgruppen, da Indizes ja immer einen ganzen Rohstoffkorb umfassen. Bei den Rohstoff-Fonds zeichnet sich momentan genau diesselbe Entwicklung ab und daher sollten bisher dort entstandene Gewinne doch möglichst rasch realisiert werden.

Warum also nicht gleich direkt auf sinkende Rohstoffkurse setzen? Mit ETC´s ist das durchaus möglich. ETC´s heißen “Exchange Traded Commodities” und bilden Rohstoffindizes genau nach dem Original ab. Wenn ein Rohstoffindex sich also nach unten entwickelt handelt es sich um die “Short-Variante”, die eine spiegelverkehrte Entwicklung nach oben vollzieht. Bei der Variante “Long” ist dies natürlich genau umgekehrt. Aber Vorsicht, sinkende Rohstoffkurse wird es nicht immer und ewig geben. Jede negative Entwicklung kehrt sich irgendwann wieder ins Positive um.