Wer Rohstoffe für sich als Alternative zur langfristigen Geldanlage entdeckt hat, wird diese Tage gerade eines Besseren belehrt. Wer jedoch kurzfristig auf die Knappheit bestimmter Rohstoffe setzt, liegt mit dieser Strategie weiterhin goldrichtig.
Egal ob Agrarrohstoffe, Metalle oder Rohöl, seit etwa einem Monat geht bei diesen Investments gar nichts mehr. Allein der Ölpreis sank innerhalb der letzten drei Wochen um mehr als 20 Prozent. Erinnert sich noch jemand an die “New Economy Blase” Anfang des neuen Jahrtausends? Ein völlig überbewerteter ”Neuer Markt” stürzte damals binnen weniger Monate völlig ab, unzählige Euros und sogar das eine oder andere Unternehmen wurden damals vernichtet.
Zahlreiche Vermögensexperten stehen langfristigen Geldanlagen in Rohstoffen immer noch sehr kritisch gegenüber. Man bedenke, Rohstoffe bringen weder eine Dividende wie Aktien noch Zinsen wie Anleihen sie bringen. Um sage und schreibe 70 Prozent sind die Rohstoffpreise seit Ende des Ersten Weltkriegs gefallen, eigentlich auch kein Wunder bei stetig weiter steigender Effizienz in der Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen. Oder ist das doch alles falsch?
Innerhalb der letzten fünf Jahre waren die Rohstoffwerte total auf der Überholspur. Bedingt durch die ungebrochene Nachfrage aus den Schwellenländern und gepaart mit einem gleichbleibenden Angebot schossen die Preise immer weiter in die Höhe. Doch wer gerne den Ölpreis beobachtet stellt schnell fest, auch der richtet sich in seiner Höhe nicht nur nur nach Angebot und Nachfrage, sondern zusätzlich auch an den Finanzinvestoren und Spekulanten aus. “Indexpapiere” heißt bei dieser Investorengruppe das Zauberwort, zu Beginn des Jahres 2006 beherbergte der Rohstoffmarkt etwa 77 Milliarden Dollar dieser Anlageart, bis vor zwei Monaten kamen nochmals 100 Millarden neu dazu.
Sobald auf den Atienmärkten nichts mehr zu holen ist und eine steigende Inflation um sich greift, werden Rohstoffe gerne als sicherer Hafen genutzt, ergänzt um eine Vielzahl von Anlegern, die schnell noch ein paar Gewinne “abgreifen” wollen, jedoch den richtigen Einstiegszeitpunkt längst verpasst haben. Immerhin, Rohstoffe sind feste greifbare und auch eher knappe Güter, zum Zeitpunkt der “Internet-Blase” Anfang der 2000er handelte es sich damals wirklich nur um geträumte Gegenwerte.
Außer bei Rohöl wird es für Hunderte von Jahren in Zukunft weiterhin genug Ressourcen geben um den dafür vorhandenen Bedarf zu decken. Inwischen werden sogar immer mehr neue Rohstoffquellen entdeckt und zur Förderung erschlossen. Jedoch auch beim Öl wird seit einiger Zeit versucht Einsparungen zu betreiben bzw. die Förderung alternativer Energiequellen weiter auszubauen. Kurz und knapp, wer ein schnelles Investment sucht und dabei in kurzer Zeit viel Geld verdienen möchte, liegt bei Rohstoffen genau richtig. Allerdings nur als Depotbeimischung und nicht als ganzheitliche Anlagevariante mit langfristig ausgelegtem Gewinnhorizont.