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Reine Rohstoffinvestments?

Dienstag, 12. August 2008

Wer Rohstoffe für sich als Alternative zur langfristigen Geldanlage entdeckt hat, wird diese Tage gerade eines Besseren belehrt. Wer jedoch kurzfristig auf die Knappheit bestimmter Rohstoffe setzt, liegt mit dieser Strategie weiterhin goldrichtig.

Egal ob Agrarrohstoffe, Metalle oder Rohöl, seit etwa einem Monat geht bei diesen Investments gar nichts mehr. Allein der Ölpreis sank innerhalb der letzten drei Wochen um mehr als 20 Prozent. Erinnert sich noch jemand an die “New Economy Blase” Anfang des neuen Jahrtausends? Ein völlig überbewerteter ”Neuer Markt” stürzte damals binnen weniger Monate völlig ab, unzählige Euros und sogar das eine oder andere Unternehmen wurden damals vernichtet.

Zahlreiche Vermögensexperten stehen langfristigen Geldanlagen in Rohstoffen immer noch sehr kritisch gegenüber. Man bedenke, Rohstoffe bringen weder eine Dividende wie Aktien noch Zinsen wie Anleihen sie bringen. Um sage und schreibe 70 Prozent sind die Rohstoffpreise seit Ende des Ersten Weltkriegs gefallen, eigentlich auch kein Wunder bei stetig weiter steigender Effizienz in der Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen. Oder ist das doch alles falsch?

Innerhalb der letzten fünf Jahre waren die Rohstoffwerte total auf der Überholspur. Bedingt durch die ungebrochene Nachfrage aus den Schwellenländern und gepaart mit einem gleichbleibenden Angebot schossen die Preise immer weiter in die Höhe. Doch wer gerne den Ölpreis beobachtet stellt schnell fest, auch der richtet sich in seiner Höhe nicht nur nur nach Angebot und Nachfrage, sondern zusätzlich auch an den Finanzinvestoren und Spekulanten aus. “Indexpapiere” heißt bei dieser Investorengruppe das Zauberwort, zu Beginn des Jahres 2006 beherbergte der Rohstoffmarkt etwa 77 Milliarden Dollar dieser Anlageart, bis vor zwei Monaten kamen nochmals 100 Millarden neu dazu.

Sobald auf den Atienmärkten nichts mehr zu holen ist und eine steigende Inflation um sich greift, werden Rohstoffe gerne als sicherer Hafen genutzt, ergänzt um eine Vielzahl von Anlegern, die schnell noch ein paar Gewinne “abgreifen” wollen, jedoch den richtigen Einstiegszeitpunkt längst verpasst haben. Immerhin, Rohstoffe sind feste greifbare und auch eher knappe Güter, zum Zeitpunkt der “Internet-Blase” Anfang der 2000er handelte es sich damals wirklich nur um geträumte Gegenwerte.

Außer bei Rohöl wird es für Hunderte von Jahren in Zukunft weiterhin genug Ressourcen  geben um den dafür vorhandenen Bedarf zu decken. Inwischen werden sogar immer mehr neue Rohstoffquellen entdeckt und zur Förderung erschlossen. Jedoch auch beim Öl wird seit einiger Zeit versucht Einsparungen zu betreiben bzw. die Förderung alternativer Energiequellen weiter auszubauen. Kurz und knapp, wer ein schnelles Investment sucht und dabei in kurzer Zeit viel Geld verdienen möchte, liegt bei Rohstoffen genau richtig. Allerdings nur als Depotbeimischung und nicht als ganzheitliche Anlagevariante mit langfristig ausgelegtem Gewinnhorizont. 

Der Ölpreis fällt wieder - und mit ihm auch die anderen Rohstoffe

Donnerstag, 7. August 2008

Was ist der Grund dafür, dass beim momentanen Fallen des Ölpreises auch andere Rohstoffwerte mit nach unten gezogen werden?

Häufig investieren Anleger nicht nur ausschließlich in Öl, sondern in breit gefächerte Rohstoff-Fonds. Wer sein so angelegtes Geld jetzt noch in Sicherheit bringen möchte, sollte dies am besten schleunigst tun. Selbst kurze Nadelstiche, wie Anschläge auf Öl-Raffinerien in Nigeria oder die Explosion einer großen transatlantischen Öl-Pipeline können dem Ölpreis momentan nicht viel anhaben. Das seit Monaten anhaltende Spekulieren auf den Ölpreis hat seit einigen Tagen ein abruptes Ende gefunden, ursächlich auch durch die extreme Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums.  

Die Investmentbank Lehman Brothers rechnet für die USA dieses Jahr mit einem Rückgang der Ölnachfrage um drei Prozent. In Anbetracht der kürzlich erst stark gestiegenen US-Öl-Vorräte ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Ölkurs nun schon wieder einen neuerlichen Ausschlag nach unten zu ertragen hatte.

Doch Angebot hin oder Nachfrage her, das Zünglein an der Ölpreis-Waage spielen beim Ölhandel noch immer ganz andere, nämlich diejenigen, die auf Preisanstiege oder Preisnachlässe setzen, im Fachjargon auch als Spekulanten bekannt. Zum ersten Mal seit Jahresbeginn 2007 gab es bei den “Short”- und “Long”-Kontrakten wieder einen Überhang der “Shorts”, also der Verträge, die auf ein Absinken des Preises für einen Rohstoff setzen. Momentan wird in Expertenkreisen ein weiteres Fortdauern dieser Entwicklung vermutet, sogar bis zu der Annahme, dass es ab jetzt zu einer Untertreibung für den Ölpreis kommen könnte. Konkret stehen damit sogar wieder Rohölnotierungen von unter 100 Dollar je Barrel im Raum.

Edelmetalle wie Palladium und Platin und einige andere Metalle sowie Agrarrohstoffe wie Mais oder Sojabohnen hatten jüngst ebenfalls starke Preisrückgänge zu verkraften und auch hier waren die Spekulanten am Markt die Hauptübeltäter der negativen Wertentwicklung. Die Index-Investments dieser Gruppe  führten somit zu einem gleichzeitigen Preirutsch ganzer Rohstoffgruppen, da Indizes ja immer einen ganzen Rohstoffkorb umfassen. Bei den Rohstoff-Fonds zeichnet sich momentan genau diesselbe Entwicklung ab und daher sollten bisher dort entstandene Gewinne doch möglichst rasch realisiert werden.

Warum also nicht gleich direkt auf sinkende Rohstoffkurse setzen? Mit ETC´s ist das durchaus möglich. ETC´s heißen “Exchange Traded Commodities” und bilden Rohstoffindizes genau nach dem Original ab. Wenn ein Rohstoffindex sich also nach unten entwickelt handelt es sich um die “Short-Variante”, die eine spiegelverkehrte Entwicklung nach oben vollzieht. Bei der Variante “Long” ist dies natürlich genau umgekehrt. Aber Vorsicht, sinkende Rohstoffkurse wird es nicht immer und ewig geben. Jede negative Entwicklung kehrt sich irgendwann wieder ins Positive um.