Archiv für die Kategorie „Edelmetalle“

Augen auf beim Goldeinkauf

Freitag, 6. Februar 2009

Wenn in der Krise gar nichts mehr Bestand hat, gibt es nur  noch eine Möglichkeit sein Geld anzulegen, in Gold. Gerade erzielte der Goldpreis für die letzten drei Monate einen neuen Höchststand. Für die Feinzunze (31,1 Gramm) wurden 724 Euro notiert, so viel wie noch nie in der Geschichte des Goldes. Allerdings gilt es auch beim Investment in Gold bestimmte Regeln zu beachten.

Gold ist die Gegenwährung zum US-Dollar, seit dieser im Wert zuletzt immer weiter fiel, erlebte Gold eine ungeahnte Renaissance. Förderlich für den Goldkurs ist natürlich auch die momentane weltweite Finanzkrise, da Anleger fast allen bisherigen Investment-Praktiken misstrauen und verstärkt Zuflucht in wahren Werten wie Gold suchen.

Im März vergangenen Jahres feierte der Goldkurs seinen absoluten Höchststand bei 1033 US-Dollar, Experten prognostizieren die Pulverisierung dieser Marke wohl schon in den nächsten Monaten. Getreu dem Motto “Gold-Adel verpflichtet”  sagt die österreichische Erste Bank sogar einen Goldkurs von 1600 US-Dollar vorraus. Doch was ist dem risikobewussten Geldanleger gegenwärtig zu raten, etwa wirklich alles Vermögen in Gold investieren?

Professionelle Vermögensverwalter empfehlen ihren Kunden Gold als Portfolio-Beimischung zu einem Anteil von fünf bis zehn Prozent. Dieser Anteil sollte auch währungsgesicherte Goldzertifikate beinhalten. Diese sind dennoch leicht handelbar, da sie mit physischem Gold hinterlegt sind. Doch Vorsicht, Zertifikate birgen immer das Risiko eines Totalverlustes, da sie von der finanziellen Situation der emittierenden Bank abhängig sind. Wer vor etwa zwei Jahren Zertifikate der US-Bank Lehman Brothers kaufte, weiß nur ein Lied davon zu singen… Auch der neuen Abgeltungssteuer unterliegen diese Goldzertifikate. Daher gibt es eine Vielzahl von Anlegern, die auf das reine handfeste Gold in Stücken oder Barrenform schwört und dies dann im Banksafe sicher verwahrt.

Größter Abnehmer von Gold ist nach wie vor die Schmuckindustrie, deren Nachfrage ging jedoch mit der laufenden Gold-Verteuerung schon im letzten Jahr um satte neun Prozent zurück. Besonders stark auf den Goldpreis reagiert die Schmuckindustrie vorallem in Schwellenländern wie Brasilien. Zum Vergleich, die Schmuckindustrie fragt jährlich weltweit etwa 2000 Tonnen Gold nach, die Zahnindustrie gerade mal 50 Tonnen. Die Goldanleger fragen allerdings immer mehr des kostbaren Rohstoffes nach, für dieses Jahr wird laut Morgan Stanley für die Goldnachfrage bei den speziellen Gold-ETF’s mit 450 Tonnen gerechnet. Soviel Gold lagert gegenwärtig in russischen Tresoren.

Deutschland übrigens verfügt über 3413 Tonnen Gold und ist nach den USA (8134 Tonnen) weltweit der größte Einzelbesitzer physischen Goldes mit einem Marktwert von umgerechnet 78 Mrd. Euro. Um Teile dieses Goldes in extremen Ausnahmesituationen schnell und effektiv zu Geld machen zu können, werden deutsche Goldreserven sogar in London, Paris oder New York gelagert. Gold stellt ein wichtiges Element der Währungsreserve dar, stabilisiert somit auch den Euro und hat obendrein die wichtige Funktion des psychologischen Vertrauensankers in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Gold ist jedoch nicht unbedingt ein sicherer Schutz gegen Inflation, dies belegen US-Zahlen der neunziger Jahre, als die Verbraucherpreise damals um 34 Prozent stiegen, der Goldpreis jedoch gleichzeitig um 28 Prozent fiel.

Geldanlage 2009

Dienstag, 13. Januar 2009

Das vergangene Jahr 2008 könnte finanztechnisch wirklich als “annus horribilis” in die Geschichtsbücher eingehen, als schreckliches Jahr. DAX-Werte haben mehr als 40 Prozent verloren, Banken gingen Pleite und zu guter Letzt kam es zu einer weltweit um sich greifenden Rezession.

Für 2009 stellt sich nun die Frage, wie legt man sein Geld verlustsicher und trotzdem renditeorientiert an?

Erste Banken wie die Hamburger Sparkasse werben bereits wieder mit dem guten alten Sparbuch unter dem Slogan “Seit jeher sicher.” Vor etwa einem Jahr hätten sich darüber noch die meisten Geldanleger irritiert an die Stirn getippt… Gibt es momentan also wirklich nur das konservative Sparkonto als absolut werthaltige Anlagemöglichkeit?

Seit Jahresbeginn haben etliche Banken wie die ING-Diba die Zinsen für ihre Tagesgeldkonten gesenkt, Auslöser dafür ist die massive Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank. Nur noch wenige Anbieter heben zum jetzigen Zeitpunkt nochmals ihren Zinssatz beim Tagesgeld an. Bei der Mercedes-Benz-Bank gibt es seit dem 1. Januar 4,50 statt 4,30 Prozent Zinsen. Aber auch die eben erwähnte Hamburger Sparkasse lockt immer noch mit erstaunlich guten vier Prozent Tagesgeldzins ab dem ersten Euro bei voller Einlagensicherungsgarantie. Am cleversten ist natürlich eine gewisse Summe über einen bestimmten Zeitraum zu einem festen Zinsatz anzulegen. Einerseits bietet dies Schutz vor neuen Zinssenkungsrunden, andererseits steht schon vorher fest, welche Zinszahlung am Ende der gewählten Laufzeit zu erwarten ist.

Wer dennoch davon überzeugt ist, dass bonitätsstarke Unternehmen trotz Finanzkrise weiter Kurs halten,  sollte sich auch für europäische Unternehmensanleihen interessieren. Besonders Neuemissionen haben es renditemäßig in sich. Im Vergleich zu den sehr beliebten Bundesanleihen bieten sie bei einer Restlaufzeit von fünf Jahren eine Rendite von sieben Prozent, die Bundesanleihen liegen bei unter drei Prozent. Am wenigsten konjunkturabhängig sind Anleihen von Unternehmen aus der Versorgungs- und Telekommunikationsbranche. Das beste Rezept ist, diese Firmenbonds bis zum Ende der Laufzeit zu halten, da schlechte Konjunkurdaten zwischendurch zu Kursverlusten führen können, die dann auch auf diesen Papieren stehen. Eine Alternative sind Fonds zu Unternehmensanleihen, diese werden speziell gemanagt und die komplexe Auswahl einzelner Unternehmensanleihen entfällt für den Anleger hierbei völlig.

Wer natürlich noch nicht gänzlich die Nase von Aktien voll hat und eine gute Dividende für das Jahr 2008 mitnehmen möchte, könnte bei E.ON oder der Münchner Rück richtigliegen, sie warten mit einer Dividendenrendite von 5,5 bzw. fast fünf Prozent auf. BASF setzt da mit sieben Prozent sogar noch einen drauf! Für 2009 ist dann jedoch mit ordentlichen Dividendenkürzungen zu rechnen, selbst Anlegern mit einer Vorliebe für kontinuierliches Wachstum rät Haspa-Chefanalyst Bernd Schimmer nur zu einer Aktienquote von maximal 20 Prozent im Portfolio, da er die gegenwärtige Marktlage als “schwierig” einschätzt und selbst ein Abrutschen des DAX auf 3000 Punkte für ihn keine sonderlich große Überraschung wäre.

Nach wie vor hoch im Kurs steht immer noch die Anlage in handfeste Werte wie Gold, in Münzen oder Barren. Allerdings ist hierbei nicht immer eine lücklose Versorgung gewährleistet, sodass auch ein Investment  in Xetra-Gold, einem in Gold besichertem Indexfonds für den einzelnen Anleger in Betracht kommen könnte. Momentan pendelt der Goldkurs zwischen 800 und 850 US-Dollar, dennoch herrscht weiterhin Euphorie, dass neue Höchstkurse von um die 1000 Dollar erreicht werden können, da neue Goldabbaustätten aus Rentabilitätsgründen solch einen Kurs benötigen. Die Citigroup geht sogar von einem neuen Gold-Höchstkurs von 2000 Dollar Ende 2009 aus und erwartet in den USA langfristig wieder eine Inflation bzw. weitere Dollarschwäche durch die erfolgte Marktüberflutung mit billigem Geld.

DAX 2009 - Minus 16 Prozent?

Montag, 15. Dezember 2008

“Shareholder Value” - was war das noch gleich?  Ach ja, richtig! Alles in einem Unternehmen ist darauf ausgerichtet, den Wert  zugunsten der beteiligten Aktionäre zu steigern…  - Macht das denn gegenwärtig wirtschaftlich überhaupt noch irgendeinen Sinn? Laut Expertenmeinung wohl eher wenig.

Der aufmerksame Finanzteil-Leser der “Welt” oder des “Hamburger Abendblatts” findet in regelmäßigen Abständen kurze wirtschaftliche Situationsinterpretationen der Chefanalysten wichtiger deutscher Banken. Bernd Schimmer, Wertpapieranalaysechef der Hamburger Sparkasse sieht die Entwicklung des DAX in 2009 über das ganze Jahr hinweg eher seitwärts im Bereich zwischen 4000 und 4500 Punkten, ein sattes Minus von 16 Prozent im Vergleich zum jetzigen Stand. Was macht es also auch den sogenannten Experten momentan so schwer, zielgenaue Kursentwicklungen bestimmter Indizes vorherzusagen?

Die Gründe liegen auf der Hand, die gegenwärtige Finanzkrise und die langsam um sich greifende weltweite Rezession. Früher klopften sich Anleger brav selbst auf die Schulter wenn sie mal wieder in Eigenregie eine ordentliche Jahres- Rendite von gut sieben Prozent eingefahren hatten und den Festzinsanlage-Angsthasen somit locker das Nachsehen gaben. Heute können sieben Prozent Kursunterschied durchaus mal die Volatilität eines einzigen Handelstages sein…

Zwischen 3400 und 5200 Punkten werden für die DAX-Entwicklung 2009 momentan von den Experten prognstiziert. Hier dazu mal ein paar kurze Fakten:

Gut 42 Prozent gab der DAX im Laufe des aktuellen Jahres nach. Nur Gold (in Euro gemessen) und Bundesanleihen erzielten eine positive Rendite (13,2 Prozent für zehn Jahre). 27 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung macht allein der Anteil der USA aus, auf den Plätzen folgen Japan, Deutschland und China (acht und jeweils sechs Prozent). Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt wird ein Minus von 1,0 bis 1,5 Prozent erwartet, mit einer zeitgleichen Zunahme der Arbeitslosenzahl um 500.000 Menschen. Ob dann bereits 2010 für uns alle das Gröbste vorüber ist, bleibt zur Zeit stark anzuzweifeln.

Reine Rohstoffinvestments?

Dienstag, 12. August 2008

Wer Rohstoffe für sich als Alternative zur langfristigen Geldanlage entdeckt hat, wird diese Tage gerade eines Besseren belehrt. Wer jedoch kurzfristig auf die Knappheit bestimmter Rohstoffe setzt, liegt mit dieser Strategie weiterhin goldrichtig.

Egal ob Agrarrohstoffe, Metalle oder Rohöl, seit etwa einem Monat geht bei diesen Investments gar nichts mehr. Allein der Ölpreis sank innerhalb der letzten drei Wochen um mehr als 20 Prozent. Erinnert sich noch jemand an die “New Economy Blase” Anfang des neuen Jahrtausends? Ein völlig überbewerteter ”Neuer Markt” stürzte damals binnen weniger Monate völlig ab, unzählige Euros und sogar das eine oder andere Unternehmen wurden damals vernichtet.

Zahlreiche Vermögensexperten stehen langfristigen Geldanlagen in Rohstoffen immer noch sehr kritisch gegenüber. Man bedenke, Rohstoffe bringen weder eine Dividende wie Aktien noch Zinsen wie Anleihen sie bringen. Um sage und schreibe 70 Prozent sind die Rohstoffpreise seit Ende des Ersten Weltkriegs gefallen, eigentlich auch kein Wunder bei stetig weiter steigender Effizienz in der Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen. Oder ist das doch alles falsch?

Innerhalb der letzten fünf Jahre waren die Rohstoffwerte total auf der Überholspur. Bedingt durch die ungebrochene Nachfrage aus den Schwellenländern und gepaart mit einem gleichbleibenden Angebot schossen die Preise immer weiter in die Höhe. Doch wer gerne den Ölpreis beobachtet stellt schnell fest, auch der richtet sich in seiner Höhe nicht nur nur nach Angebot und Nachfrage, sondern zusätzlich auch an den Finanzinvestoren und Spekulanten aus. “Indexpapiere” heißt bei dieser Investorengruppe das Zauberwort, zu Beginn des Jahres 2006 beherbergte der Rohstoffmarkt etwa 77 Milliarden Dollar dieser Anlageart, bis vor zwei Monaten kamen nochmals 100 Millarden neu dazu.

Sobald auf den Atienmärkten nichts mehr zu holen ist und eine steigende Inflation um sich greift, werden Rohstoffe gerne als sicherer Hafen genutzt, ergänzt um eine Vielzahl von Anlegern, die schnell noch ein paar Gewinne “abgreifen” wollen, jedoch den richtigen Einstiegszeitpunkt längst verpasst haben. Immerhin, Rohstoffe sind feste greifbare und auch eher knappe Güter, zum Zeitpunkt der “Internet-Blase” Anfang der 2000er handelte es sich damals wirklich nur um geträumte Gegenwerte.

Außer bei Rohöl wird es für Hunderte von Jahren in Zukunft weiterhin genug Ressourcen  geben um den dafür vorhandenen Bedarf zu decken. Inwischen werden sogar immer mehr neue Rohstoffquellen entdeckt und zur Förderung erschlossen. Jedoch auch beim Öl wird seit einiger Zeit versucht Einsparungen zu betreiben bzw. die Förderung alternativer Energiequellen weiter auszubauen. Kurz und knapp, wer ein schnelles Investment sucht und dabei in kurzer Zeit viel Geld verdienen möchte, liegt bei Rohstoffen genau richtig. Allerdings nur als Depotbeimischung und nicht als ganzheitliche Anlagevariante mit langfristig ausgelegtem Gewinnhorizont. 

Der Ölpreis fällt wieder - und mit ihm auch die anderen Rohstoffe

Donnerstag, 7. August 2008

Was ist der Grund dafür, dass beim momentanen Fallen des Ölpreises auch andere Rohstoffwerte mit nach unten gezogen werden?

Häufig investieren Anleger nicht nur ausschließlich in Öl, sondern in breit gefächerte Rohstoff-Fonds. Wer sein so angelegtes Geld jetzt noch in Sicherheit bringen möchte, sollte dies am besten schleunigst tun. Selbst kurze Nadelstiche, wie Anschläge auf Öl-Raffinerien in Nigeria oder die Explosion einer großen transatlantischen Öl-Pipeline können dem Ölpreis momentan nicht viel anhaben. Das seit Monaten anhaltende Spekulieren auf den Ölpreis hat seit einigen Tagen ein abruptes Ende gefunden, ursächlich auch durch die extreme Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums.  

Die Investmentbank Lehman Brothers rechnet für die USA dieses Jahr mit einem Rückgang der Ölnachfrage um drei Prozent. In Anbetracht der kürzlich erst stark gestiegenen US-Öl-Vorräte ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Ölkurs nun schon wieder einen neuerlichen Ausschlag nach unten zu ertragen hatte.

Doch Angebot hin oder Nachfrage her, das Zünglein an der Ölpreis-Waage spielen beim Ölhandel noch immer ganz andere, nämlich diejenigen, die auf Preisanstiege oder Preisnachlässe setzen, im Fachjargon auch als Spekulanten bekannt. Zum ersten Mal seit Jahresbeginn 2007 gab es bei den “Short”- und “Long”-Kontrakten wieder einen Überhang der “Shorts”, also der Verträge, die auf ein Absinken des Preises für einen Rohstoff setzen. Momentan wird in Expertenkreisen ein weiteres Fortdauern dieser Entwicklung vermutet, sogar bis zu der Annahme, dass es ab jetzt zu einer Untertreibung für den Ölpreis kommen könnte. Konkret stehen damit sogar wieder Rohölnotierungen von unter 100 Dollar je Barrel im Raum.

Edelmetalle wie Palladium und Platin und einige andere Metalle sowie Agrarrohstoffe wie Mais oder Sojabohnen hatten jüngst ebenfalls starke Preisrückgänge zu verkraften und auch hier waren die Spekulanten am Markt die Hauptübeltäter der negativen Wertentwicklung. Die Index-Investments dieser Gruppe  führten somit zu einem gleichzeitigen Preirutsch ganzer Rohstoffgruppen, da Indizes ja immer einen ganzen Rohstoffkorb umfassen. Bei den Rohstoff-Fonds zeichnet sich momentan genau diesselbe Entwicklung ab und daher sollten bisher dort entstandene Gewinne doch möglichst rasch realisiert werden.

Warum also nicht gleich direkt auf sinkende Rohstoffkurse setzen? Mit ETC´s ist das durchaus möglich. ETC´s heißen “Exchange Traded Commodities” und bilden Rohstoffindizes genau nach dem Original ab. Wenn ein Rohstoffindex sich also nach unten entwickelt handelt es sich um die “Short-Variante”, die eine spiegelverkehrte Entwicklung nach oben vollzieht. Bei der Variante “Long” ist dies natürlich genau umgekehrt. Aber Vorsicht, sinkende Rohstoffkurse wird es nicht immer und ewig geben. Jede negative Entwicklung kehrt sich irgendwann wieder ins Positive um.  

Ein Fass Öl für 120 Dollar

Montag, 5. Mai 2008

Nun ist es also soweit, ein Fass Öl kostet in den USA erstmals über 120 Dollar.  Welche Auswirkungen das auf die Verbraucher in Deutschland hat? Wie immer dieselben - höhere Kosten an den Benzin-Zapfsäulen der Tankstellen. Gegenwärtig kostet der Liter Superbenzin örtlich schon über 1,50 Euro.

Als Ursachen für den Anstieg des Ölpreises werden Lieferschwierigkeiten aus Nigeria sowie  Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen angeführt. Verstaatlichungen von Energieunternehmen (z.B. in Bolivien) oder immer wiederkehrende Angriffe auf Ölfördereinrichtungen (z.B. Royal Dutch Shell in Nigeria) bewirken ebenfalls häufig einen kräftigen Anstieg von Rohstoffpreisen wie eben Öl.  Auch die länderweit um sich greifende “Rohstoff-Bunker-Mentalität” verstärkt die Verteuerung noch zusätzlich.

Beim Gold verzeichnet sich nach einer Schwächeperiode mit einem Minus von 130 Dollar je Feinunze nun ebenfalls ein Kursanstieg, sodass ab jetzt auch wieder spekulative Anleger verstärkt auf den Plan gerufen werden. Entscheidender Indikator bei der Goldnachfrage ist die Schmuck-Industrie, die etwa zwei Drittel der jährlichen Gesamtnachfrage ausmacht. Allerdings gibt es auch hier regionale Unterschiede. In den USA sinkt die Nachfrage stetig, im Nahen Osten, besonders in Indien als wichtigstem Schmuck-Herstellungsland, ist sie nach wie vor ungebrochen und steigt sogar immer noch weiter an.

Gold überspringt 900 Dollar-Marke

Sonntag, 13. Januar 2008

Auf der Jagd nach immer neuen Rekorden hat der Goldkurs vorgestern die Schallmauer von 900 US-Dollar durchbrochen und notierte für eine Feinunze (31,1 Gramm) zwischenzeitlich bei 900,10 Dollar. Damit stieg dieses Edelmetall im Vergleich zum Vortag nochmals um 6,50 Dollar an. Gegen Handelsschluss kam es dann zu einer leichten Kurskorrektur auf 898,70 Dollar. Als Gründe für den rasanten Kursanstieg von Gold in den letzten Monaten können sicherlich einerseits die Unsicherheit der Anleger aufgrund der US-Hypotheken-Krise angesehen werden, andererseits jedoch auch die enorm inflationsgeschützte Werthaltigkeit von Gold.

Starke Bewegungen bei Öl und Gold

Sonntag, 6. Januar 2008

Das Jahr 2008 begann ja bekanntlich mit einem großen Feuerwerk bei Öl und Gold. Der Barrel Rohöl kostete fast auf Anhieb 100 US-Dollar und die Feinunze Gold über 850 US-Dollar. Im weiteren Verlauf scheint eine Nach-Oben-Bewegung für diese beiden Rohstoffe durchaus wahrscheinlich, da in diesem Jahr vorallem Angebot und Nachfrage die beiden entscheidenden Kursparameter sein werden und nicht reine Spekulationsszenarien.

Dass die Ölressourcen nicht unbegrenzt sein werden, steht schon länger fest, nur rückt der Zeitpunkt bis zum Nichtmehrvorhandensein dieses Rohstoffs unaufhaltsam näher. Eventuell schon 2024 könnten die benötigten Fördermengen nicht mehr verfügbar sein. Die OPEC gibt sich beim gegenwärtigen Öl-Preisanstieg ratlos und vorhandene Öl-Reserven in den USA werden bislang noch nicht eingesetzt, um den momentanen Preisanstieg abzuschwächen. Ganz im Gegenteil, die vorhandenen strategischen US-Reserven sollen nur im absoluten Notfall eingesetzt werden und werden aktuell sogar auf das Maximum von 727 Millionen Barrel ausgeweitet.

Immer wieder kam es auch in der Vergangenheit zu Übergriffen auf die Ölförderungs-Industrie, wie jüngst in der nigerianischen Hafenstadt Port Harcourt; Nigeria ist weltweit der achtgrößte Öl-Exporteur. Momentan werden die Investoren von den Rohstoffmärkten einfach magisch angezogen, zu Lasten der Aktienmärkte. Ob der Ölpreis allerdings in diesem Jahr noch weiter kräftig steigen wird ist fraglich, da im Frühjahr die Nachfrage turnusgemäss immer wieder sinkt. Für die nächsten zehn Jahre erscheint aber eine Verdoppelung des gegenwärtigen Öl-Preises als durchaus realistisch.