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Passen Evonik und die Finanzkrise zusammen?

Sonntag, 9. Dezember 2007

Die sehr einflussreiche RAG-Stiftung könnte einen Börsengang von Evonik verhindern. Da niemand wisse, wie sich der Kapitalmarkt und das Investoreninteresse entwickeln werden, werde man die Anteile am Essener Mischkonzern Evonik nur dann an die Börse bringen, wenn die eigenen Preisvorstellungen durchgesetzt werden könnten, sagte Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking.

Bereits im ersten Halbjahr 2008 sollte Evonik mit den Bereichen Immobilien, Energie und Chemie an die Börse. Die daraus erzielten Milliarden sind als Deckung der Folgekosten für den Steinkohlebergbau gedacht. Da es nach seiner Meinung durch die US-Hypotheken-Krise und die problematische Fremdkapitalbeschaffung von Finanzinvestoren unsicher sei, für die Minderheitsbeteiligung einen angemessenen Erlös zu erzielen, könnte vom Verkauf der Stiftungs-Anteile in 2008 möglicherweise abgesehen werden. Ganze 6,9 Mrd. Euro will die Stiftung bis 2012 erlösen, natürlilch nicht auf einmal, sondern in mehreren Abschnitten. Dieser Betrag würde dann laut KPMG-Gutachten auch für die Grundwasserreinigung und Grubenwasserhaltung benötigt.

Im Zweijahresrhythmus  sollten die Evonik-Akien in den Kapitalmarkt eingebracht werden. Zum Schutz vor einer Konzernzerlegung durch Investoren und einem sich daraus anschliessenden Weiterverkauf von Unternehmensteilen möchte die Stiftung langfristig die Sperrminorität (mehr als 25 Prozent Aktienanteil) bewahren. Allerdings wird momentan  zeitgleich zu den Börsenvorbereitungen auch ein Direktverkauf von Unternehmensanteilen an Investoren geprüft. Da es sich bei Evonik um einen Mischkonzern handelt, wird immer wieder über einen Einzelverkauf der drei Unternehmenssparten diskutiert. Daraus könnte dann ein noch höherer Verkaufserlös erzielt werden, zumal der Immobilienbereich nicht so wirklich zu den Chemie- und Energiebereichen passt.

Geplant ist, 2008 bis zu einem Drittel der Evonik-Anteile zu verkaufen. Allerdings sieht die RAG-Stiftung Interessenten mit langfristigen Engagement-Interesse bedeutend lieber, als Investoren die ihr erworbenes Porzellan nach ein paar Jahren lukrativ versilbern möchten. Ein Börsengang hat momentan  jedoch absolut oberste Priorität. Bonse-Geuking sieht sich mit seiner Stiftung als “unternehmerischen Eigentümer” und nicht nur Kontrollorgan des Vorstands. Auch eine wachstumsfördernde Kapitalerhöhung käme langfristig in Betracht. Evonik gilt als Kandidat für den DAX, beschäftigt 43 000 Mitarbeiter und erzielte 2006 einen Jahresumsatz von 14,8 Mrd. Euro.