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Libyen

Donnerstag, 24. Februar 2011

 

 

24.02.2011

Libyen-Krise

Libyen ist gemessen an der Landfläche rund fünfmal so groß wie Deutschland, hat aber nur 6,5 Mio. Einwohner.

Das Land verfügt über große Gas- und Ölvorkommen und zählt zu den reichsten Ländern Nordafrikas. Das Bruttoinlandsprodukt

(BIP) lag 2009 bei 60,4 Mrd. USD. Dies entspricht knapp dem BIP Thüringens.

Rund 90 % der libyschen Exporte im Volumen von 38 Mrd. USD entfallen auf Erdöl und Erdgas.

Libyen produziert pro Tag 1,6 Mio. Barrel Öl. Sollte diese Menge komplett ausfallen, kann sie von Saudi-Arabien

kompensiert werden, das derzeit über freie Kapazitäten von etwa 4,5 Mio. Barrel pro Tag verfügt. Selbst der Ausfall

eines weiteren Landes wie Algerien könnte durch Saudi-Arabien aufgefangen werden.

Gleichwohl ist der Ölpreis auf aktuell 117 USD pro Barrel gestiegen. Sollte dieses Niveau über längere Zeit Bestand

haben, müssen Abstriche bei der globalen Wachstumsrate gemacht werden.

Noch wesentlich gefährlicher wird es, falls die Unruhen auf die großen Förderländer Saudi-Arabien, Kuwait, Iran

und / oder Irak übergreifen. Ein Ausfall dieser Länder dürfte für die Weltwirtschaft eine Rezessionsphase einläuten.

Deutschland importierte 2010 aus Libyen 93,3 Mio. Tonnen Rohöl, dies entspricht weniger als 8 % der gesamten

Öleinfuhren Deutschlands. Die deutschen Exporte nach Libyen lagen 2010 bei einem Gegenwert von etwa

1 Mrd. EUR.

Die politische Struktur Libyens unterscheidet sich stark von denen der Nachbarländer. Die wichtigsten Stützen

des Gaddafi-Regimes sind das Militär und die Stämme (Clans). Letztere wurden von Gaddafi mit Geld und einflussreichen

Posten versorgt, um ihre Loyalität zu sichern. Derzeit scheint eine Absetzbewegung begonnen zu

haben, indem sich immer mehr Stämme von Gaddafi lossagen. Auch das Militär scheint sich in zwei Lager zu

teilen. Damit nimmt die Wahrscheinlichkeit eines Regimewechsels zu. Was kommt danach? Es kann im Extremfall

zu einer Spaltung des Landes kommen, bei der die Stämme die politische Führung übernehmen. Möglich

erscheint derzeit aber auch immer noch ein Arrangement der führenden Stämme mit Gaddafi. Die Unsicherheit

bleibt groß. Belastbare Prognosen sind derzeit nicht möglich.

Risiko:

 

 

Ein Übergreifen der Unruhen auf die „großen“ Ölförderstaaten in der Golfregion.

 

 

Ölpreis steigt weiter deutlich an und bremst die Weltwirtschaft.

Fazit:

Die Bedeutung der Libyen-Krise ist eher psychologischer Natur, da die libyschen Öl- und Gasfördermengen

zu gering erscheinen, um den globalen Aufschwung nachhaltig zu gefährden.

Am Aktienmarkt (DAX) hat sich aus technischer Sicht ein Verkaufsignal ergeben, da der kurzfristige

Aufwärtstrend verletzt wurde. Unser fundamental begründeter Ausblick ist durch die jüngsten konjunkturellen

Frühindikatoren (ifo-Geschäftsklima auf Rekordniveau, GfK-Konsumklima weiter gestiegen,

US-Verbrauchervertrauen deutlich gestiegen) nach wie vor intakt.

Wir werten den aktuellen Kursrückgang als Korrektur im Aufwärtstrend, die durch die Libyen-Krise

verstärkt wird und sehen daher zunächst von einer Reduzierung unserer Aktienquote ab.

Haspa im Test erneut vorne!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Auch bei der zum vierten Mal stattgefundenen Konditionen- und Serviceanalyse des Deutschen Instituts für Service-Qualität hat die Hamburger Sparkasse (Haspa) als beste Bank der Hansestadt abgeschnitten. Das in Hamburg ansässige Institut untersuchte im Auftrag des Fernsehsenders n-tv insgesamt 47 regionale und überregionale Kreditinstitute in zehn deutschen Großstädten. Haspa-Vorstandssprecher Harald Vogelsang sagte der WELT: “Die Auszeichnung ist ein schönes Ergebnis für unsere Mitarbeiter und unsere Beratungsphilosophie des menschlichen Bankings - nah, persönlich und Hamburg-verbunden. Wir setzen auf lebenslange Geschäftsbeziehungen.”

Basis der Studie war im ersten Schritt eine detaillierte Analyse der Filialinfrastruktur (etwa die Anzahl der Filialen oder Geldautomaten) und Konditionen unterschiedlicher Produkte wie Baufinanzierung, Girokonto, Tagesgeld oder Wertpapierhandel (Brokerage).

So wurden an der Elbe zwölf Banken untersucht: Commerzbank, Deutsche Bank, Hamburger Volksbank, Hamburger Sparkasse, HypoVereinsbank, Norisbank, Postbank, PSD Bank Nord, Santander Consumer Bank, SEB, Sparda-Bank Hamburg und die Targo Bank. Die jeweils besten sechs Institute jeder Region wurden danach im Rahmen eines umfassenden Servicetests geprüft. Hierzu wurden 300 Filialberatungen und mehr als 600 Interessentenkontakte per Telefon und E-Mail ausgewertet.

Gesamtsieger in Hamburg wurde die Hamburger Sparkasse. Sie belegte bei der Analyse von Infrastruktur und Konditionen Rang zwei und schnitt hier vor allem in den Bereichen Filialservice und Festgeld gut ab. So bot sie die mit Abstand meisten Filialen, SB-Geschäftsstellen und Kundenschließfächer. Beim Festgeld begründet sich das gute Abschneiden durch die bestehenden Anlagemöglichkeiten für kurze Anlagezeiträume. In der Serviceanalyse belegte die Haspa zudem Rang eins. Hier überzeugte sie im Bereich E-Mail. Gute Leistungen bei der persönlichen Beratung in den Filialen und am Telefon runden das positive Auftreten ab. Bei den persönlichen Beratungen in den Filialen überzeugten die Mitarbeiter nach Darstellung der Tester mit der zweitbesten Lösungskompetenz und beantworteten alle Fragen korrekt und vollständig. In Hamburg erreichte die PSD Bank Nord das beste Ergebnis bei der Analyse von Infrastruktur und Konditionen. Das Institut überzeugte hier vor allem mit einem bonitätsunabhängigen Ratenkredit. Das Girokonto war zwar nicht gebührenfrei zu führen, dafür bot es eine Guthabenverzinsung von 0,25 Prozent. In der Serviceanalyse belegte PSD Bank Nord den dritten Rang und wurde insgesamt zweitbeste Bank in Hamburg.

Das gute Abschneiden der Haspa beim Service ist umso bemerkenswerter, als hier bundesweit nur jede zweite Bank die Tester überzeugen konnte - 2009 waren es immerhin noch knapp 60 Prozent der untersuchten Institute in den Regionen. Bei anderen Testkriterien konnten auch die Hamburger nicht glänzen. Denn, so heißt es in der Untersuchung, “bei der Bedarfsanalyse konnte keine Region vollkommen überzeugen, sie war insgesamt lediglich ausreichend. Keine einzige Bank war hier besser als befriedigend.” Besonders bei der Analyse der derzeitigen finanziellen Situation sowie der Fähigkeit zur Erkennung des individuellen Kundenanliegens hätten sich große Verbesserungspotenziale gezeigt.

Vor allem beim Thema Kredit seien die Analyse der Lebenssituation und die Analyse der finanziellen Situation nicht ausreichend genug gewesen. Bei gut fünf Prozent der Beratungen sei es zu inhaltlichen Falschaussagen gekommen

Öko und Bank - passt das überhaupt?

Dienstag, 23. Februar 2010

Früher war es den Geldanlegern in der breiten Masse egal wie ihr Geld angelegt wird, doch mit dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich dieses Denkmuster grundlegend geändert. Marktführer bei den sogenannten Ökobanken sind die Umweltbank bzw. GLS-Bank aus Bochum.

Letztere beschwerte sich unlängst durch ihren Vorstandsvorsitzenden Thomas Jorberg über zu geringes Wachstum mangels ausbaubarer Kapazitäten. Bilanzsumme plus 33 Prozent, Einlagevolumen plus 37 Prozent und Kundenzuwachs plus 18 Prozent, noch Fragen?

Ein ähnliches Bild zeichnet die Umweltbank aus Nürnberg. Hier hat man sich auf Solarkredite und durchaus beachtlich verzinstes Mietkautionskonto mit einem Habenzins in Höhe von 1,25 % spezialisiert. Bilanz plus 30 Prozent, Einlagen plus 40 Prozent, Kundenzahl plus 15 Prozent.

Wie sieht es bei beiden Banken mit den relativen Gewinnen aus? Die Umweltbank erzielte acht Millionen Euro, die GLS-Bank 202.000 Euro. Hat sich da etwa jemand verrechnet bzw. verkalkukiert?

Mitnichten. Diesmal stehen nicht Gewinnmaximierung und Spekulation im Mittelpunkt. Es geht um Transparenz und Kredite für Windparks, Ökobauernhöfe und Kultureinrichtungen. Beide Kreditsinstitute haben somit wohl schon frühzeitig die Zeichen der Zukunft erkannt, für ihre Branche wird bis zum Jahr 2020 ein Kundenpotenzial von zehn bis zwölf Millionen vorhergesagt. Ursache hierfür: Die weitere Verschiebung gesellschaftlicher Werte in Richtung Nachhaltigkeit und soziales Bewusstsein.

Insgesamt betrachtet muss man bisher allerdings immer noch von einem Trend sprechen, alleine anhand der Gesamtkundenanzahl von 150.000 für beide Banken lässt sich dies schon feststellen. Bezüglich der angebotenen Zinsen für Tagesgeld von 1.1 Prozent (GLS-Bank) bzw. 1.25 Prozent (Umweltbank) bewegen sich beide Anbieter auch nur im derzeit marktüblichen Rahmen. Auf eine Gesamtproduktpalette wie bei einem Allfinanz-Institut wartet man bislang vergebens, ein “normales” Girokonto hat die Umweltbank immer noch nicht im Angebot, doch das ist auch überhaupt nicht ihr Anspruch.

Weniger Zwangsversteigerungen in 2009

Montag, 21. Dezember 2009

Finanzkrise hin oder her, im laufenden Jahr 2009 haben in Deutschland weniger verschuldete Bürger ihre Immobilie zwangsweise abgeben müssen als noch im vergangenen Jahr. Allerdings gibt es hierbei regional  sehr große Unterschiede. In Hamburg beispielsweise nahm die Zahl der Zwangsversteigerungen stark zu.

Um zwei Prozent auf 86.617 Immobilien sank die Zahl der Zwangsversteigerungen bezogen auf die registrierte Zahl der Zwangsversteigerungstermine bei den Amtsgerichten in Deutschland, ein weiterhin  hohes Level, jedoch sind spürbare Folgen der Finanzmarktkrise offenbar bislang ausgeblieben.

Die größte Zunahme bei den Zwangsversteigerungen gab es im Saarland, in Hessen, Sachsen-Anhalt, Bremen und Hamburg. Berlin entwickelte sich dank einer stark gestiegenen Immobilienmarktnachfrage gegen den Trend und die Zahl der Zwangsversteigerungen nahm um 16,6 Prozent ab. Ebenfalls weniger Zwangsversteigerungen gab es in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die wirtschaftliche Konjunkturentwicklung wird demnach zeigen ob die Zahl der Zwangsversteigerungen zu Beginn des neuen Jahrzehnts noch weiter zunehmen wird.

Casa Europa?

Mittwoch, 10. Juni 2009

Träumen Sie immer noch vom Feriendomizil im Süden? Dann bitte Geldkoffer auf und sofortige Barzahlung…
Sie sind gerade nicht so flüssig? Dann bitte  Nachweis über ein schuldenfreies Eigenheim in Deutschland.

So sehen derzeit die Bedingungen für Durchschnittskunden aus, die gerne einen Zweitwohnsitz im sonnigen Süden erwerben möchten. Mittlerweile ist den finanzierenden Banken das Kreditausfallrisiko für Kunden mittlerer Bonität zu groß geworden, sodass sich der Traum von der Ferienimmobilie nur noch für Wohlhabende oder Reiche erfüllen wird.
Sogar die Lage der gewünschten Ferienimmobilie wird seit einiger Zeit sehr akurat geprüft, die Traumimmobilie im strukturschwachen Gebiet hat da schon viel geringere Finanzierungschancen. Auf Sylt müssen Interessenten schon 40% des Kapitals als Eigenmittel haben, um ein Hypothekendarlehen zu bekommen. Mit Wertverlusten ist auf dem liebstem deutschen Eiland dagegen überhaupt nicht zu rechnen. Wer hingegen das gleiche Objekt im Harz, dem Sauerland oder der Rhön erwerben möchte, guckt ziemlich schnell in die Röhre.

Banken stufen Ferienimmobilien derzeit als reine Luxusobjekte ein und wenn, dann werden diese sogar hinsichtlich der Nutzbarkeit als normales Wohnhaus überprüft. Diese Vorgehensweise praktiziert beispielsweise die Dresdner Bank. Schuld an dieser Situation ist natürlich die allgemeine Wirtschaftskrise und gerade Ferienimmobilien unterliegen sehr starken zyklusbedingten Schwankungen. Bestes Beispiel hierfür ist Spanien, von 1998 bis 2006 stiegen dort die Preise extrem an, begünstigt durch das große Nachfrageverhalten von Briten, Deutschen, Österreichern und Skandinaviern. Es wurden immer neue gigantische Ferienkomplexe geschaffen, die jetzt bis zu 70% günstiger zu haben sind, inklusive Neuwagen. Diese gibt es nun schon als Zubrot obendrein, weil die Projektentwickler ihre Obejekte kaum noch an den Mann bringen. Eine ähnliche Entwicklung machten in Deutschland der Westharz nach der Wiedervereinigung bzw. die Wohnungen der 80er Jahre an der Nord- und Ostsee in Schleswig-Holstein durch. Die Westberliner fuhren lieber an die Ostsee nach Mecklenburg-Vorpommern, die Betonbauten an der Nord- und Ostseeküste gelten heute jedoch als hässlich und nicht mehr vermittelbar.

DAX: 34 Prozent in zwei Monaten

Mittwoch, 13. Mai 2009

Auch heute Mittag liegt der DAX bei knapp 4.900 Punkten. Ganze 34 Prozent Kurszuwachs verzeichnete er nun schon seit Jahresbeginn und wer jetzt noch an der momentanen Kursrallye teilnehmen möchte, ist schon fast wieder zu spät dran.

Insgeheim gibt es momentan schon wieder etliche Marktteilnehmer, die darauf spekulieren, dass die gegenwärtige Finanzkrise schon viel früher passé sein könnte als allgemein angenommen. Belegt wird dies zum einen durch den amerikanischen Verbaucherindex, der leicht angestiegen ist, zum anderen aber auch durch die Indizes der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die das Einkaufsverhalten der deutschen Bundesbürger in der Zukunft analysiert und die erstmalig auch nicht weiter gesunken sind. Besonders institutionelle Geldanleger erhöhen momentan wird stark ihren Aktienanteil.

Aktienfanatiker sollten die jetzige Phase der Dividendenpapier-Weigerung durch die große Mehrheit der Anleger verstärkt nutzen. Allerdings lohnt sich auf jeden Fall auch ein Blick in die Vergangenheit. Denn auch 2002 legte der DAX erst um satte 40 Prozent zu, ehe er im Jahr darauf seine Talfahrt bei nur noch 2.300 Punkten stoppte. Ein absolut typisches Kennzeichen für eine Bärenmarktrallye.

Die eigene Immobilie - wieder voll “Up to Date!”

Mittwoch, 6. Mai 2009

Lange Jahre dümpelte der Immobilienmarkt so vor sich hin. Außer im Hochpreis- oder Luxussegment in Großstädten oder an Orten mit Sonderstatus wie Sylt gab es kaum nennenswerte Bewegung. Doch nun erleben Immobilien durch die Finanzkrise und die damit verbundene Inflationsangst eine ungeahnte Renaissance. Dabei stehen nicht nur die selbstgenutzten Objekte sondern auch sogannte Zinshäuser wieder hoch im Kurs. Einige wichtige Merkmale sollten beim Finden der richtigen Immobilie jedoch besonders beachtet werden.

In verschiedenen Regionen finden Häuser aus den verschiedensten Baumaterialen Zuspruch. Wer nicht gerade in dem Zielgebiet, in dem er invstieren will, wohnt, sollte sich doch etliche Wochen wenn nicht gar Monate mit einer genauen Analyse seines Investitionsortes und der dazugehörigen Umgebung beschäftigen. Ein Haus im oberbayrischen Stil mit Holzbalkon findet im norddeutschen Tiefland mit Sicherheit weniger Käufer-Anklang als ein für Norddeutschland eher regiontypisches Rotklinkergebäude.

Auch die wirtschaftliche Struktur, eine eventuell am Zielort vorhandene Landflluchtbewegung und der aktuelle Grad von Gebäude-Leerständen spielen für den Investitionsstandort eine ebensowichtige Rolle. Daher ist es äußerst wichtig zu wissen, ob der jeweilis geforderte Kaufpreis für eine bestimmte Immobilie überhaupt gerechtfertigt ist. Die bisherige Faustformel 100/Kaufpreis in Jahresmieten = Jahresrendite ist heutzutage zur Preisermittlung nicht mehr ausreichend. Bei einer Summe von 20 Jahresmieten würde man so eine Bruttoanfangsrendite von fünf Prozent pro Jahr erhalten. Hinzukommen dann noch “weiche” Faktoren wie Lage, Baualtersklasse, die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, der Zustand der Bausubstanz, die Energieeffizienz, mögliche Sanierungsarbeiten, die bisherige Nutzung generell und die bisherige Fluktuation. Bezüglich dessen erscheinen vier oder fünf Prozent als Jahresrendite nicht gerade viel.

Städte und ländliche Regionen haben generell ein völlig unterschiedliches Mietniveau. München liegt beim Quadratmeter Wohnfläche mit im Durchschnitt 9,70 Euro 90 Prozent über dem Niveau für Gesamtdeutschland. Zum Vergleich, Köln und Düsseldorf 7,50 Euro, Berlin nur 5,90 Euro. Daher spielt die Frage nach dem zukünftigen Entwicklungspotenzial eines Immobilienstandorts eine sehr gewichtige Rolle. Wie wichtig die Bevölkerungsentwicklung für das Potenzial der Wertsteigerung ist, erkennt man nur daran, ob generell an einem Standort Bedarf an Wohnungsneubauten besteht. Befindet man sich dann noch in einer wirtschaftlich erfolgreichen Region, kann auch ohne Bevölkerungswachstum das Mietpreisniveau steigen, da in diesem Fall ein noch höherer Anspruch an noch größere Flächen pro Einwohner besteht.

Piratenziele im Trend

Mittwoch, 29. April 2009

Vor etlichen Jahren galten Schiffsbeteiligungen als innovatives Geldanlageprodukt. Werbewirksam wurde den Anlage-Interessenten eine fast immerwährende ordentliche Rendite versprochen, doch seit dem Ausbruch der Finanzkrise und der darauf folgenden Wirtschaftskrise hatten Teilhaber von Schiffsbeteiligungen zuletzt nicht mehr viel zu lachen. Ausschlaggebend dafür waren exorbitant gestiegene Betriebskosten, plötzlich steigende Finanzierungskosten für neue Tanker und zuguterletzt auch noch starke Währungsschwankungen. Somit ergab sich auch für die Frachtraten ein kompletter Negativtrend.

Dies könnte sich nun spätestens ab 2010 wieder stark ändern, da dann nämlich nur noch Doppelhüllentanker auf den Weltmeeren Öl transportieren dürfen. Die noch fahrenden Einhüllen-Tanker haben bei Beschädigung das latente Risiko, dass sofort Öl ins Meer gelangt, sie werden dann in großer Anzahl abgewrackt bzw. total umgebaut werden, daraus ergibt sich logischerweis ein großes Sinken des gesamten weltweiten Öltanker-Angebotes. Experten rechnen mit bis zu einem Fünftel weniger Öl-Supertankern, der Preis für den Öltransport könnte sich somit im Laufe des nächsten Jahres sogar verdoppeln. Momentan fahren noch etwa 110 Einhüllen-Öltanker auf den Weltmeeren.

Anleger die im Gegensatz zum klassischen Schiffsfonds gerne etwas riskanter spekulieren, könnten ab 2010 mit sogenannten Fracht-Derivaten sehr gut bedient sein. Im Juli letzten Jahres mussten für eine Öl-Frachtrate rund 177.036 Dollar pro Tag gezahlt werden, vor genau 14 Tagen war genau die gleiche Fracht für gerade mal 7.173 Dollar am Tag zu haben. Schuld daran ist der extreme Verfall des Ölpreises um 65 Prozent seit Juli 2008. Reedereien fahren momentan sogar für die Route vom Nahen Osten nach Europa massive Verluste ein, sie zahlen teilweise sogar drauf, nur um schon bestehende Kundenbeziehungen nicht zu gefährden. Selbst Großreederein brauchen mindestens eine Tagesfrachtrate von 32.100 Dollar um überhaupt die Kosten zu decken.

Auch die Bestellung neuer Supertanker leidet aufgrund der Finanzkrise massiv. Durch den starken Anstieg der Finanzierungskosten könnten bis zum Jahre 2012 jährlich 20 Bestellungen für Supertanker verschoben werden, alleine 14 Bestellungen würden eventuell sogar storniert. Gebaut werden diese Transportriesen übrigens von Werften in Südkorea, China und Japan, die sich schon jetzt auf eine deutlich geringere Auftragsanzahl einstellen dürfen.