Öko und Bank - passt das überhaupt?

Früher war es den Geldanlegern in der breiten Masse egal wie ihr Geld angelegt wird, doch mit dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich dieses Denkmuster grundlegend geändert. Marktführer bei den sogenannten Ökobanken sind die Umweltbank bzw. GLS-Bank aus Bochum.

Letztere beschwerte sich unlängst durch ihren Vorstandsvorsitzenden Thomas Jorberg über zu geringes Wachstum mangels ausbaubarer Kapazitäten. Bilanzsumme plus 33 Prozent, Einlagevolumen plus 37 Prozent und Kundenzuwachs plus 18 Prozent, noch Fragen?

Ein ähnliches Bild zeichnet die Umweltbank aus Nürnberg. Hier hat man sich auf Solarkredite und durchaus beachtlich verzinstes Mietkautionskonto mit einem Habenzins in Höhe von 1,25 % spezialisiert. Bilanz plus 30 Prozent, Einlagen plus 40 Prozent, Kundenzahl plus 15 Prozent.

Wie sieht es bei beiden Banken mit den relativen Gewinnen aus? Die Umweltbank erzielte acht Millionen Euro, die GLS-Bank 202.000 Euro. Hat sich da etwa jemand verrechnet bzw. verkalkukiert?

Mitnichten. Diesmal stehen nicht Gewinnmaximierung und Spekulation im Mittelpunkt. Es geht um Transparenz und Kredite für Windparks, Ökobauernhöfe und Kultureinrichtungen. Beide Kreditsinstitute haben somit wohl schon frühzeitig die Zeichen der Zukunft erkannt, für ihre Branche wird bis zum Jahr 2020 ein Kundenpotenzial von zehn bis zwölf Millionen vorhergesagt. Ursache hierfür: Die weitere Verschiebung gesellschaftlicher Werte in Richtung Nachhaltigkeit und soziales Bewusstsein.

Insgesamt betrachtet muss man bisher allerdings immer noch von einem Trend sprechen, alleine anhand der Gesamtkundenanzahl von 150.000 für beide Banken lässt sich dies schon feststellen. Bezüglich der angebotenen Zinsen für Tagesgeld von 1.1 Prozent (GLS-Bank) bzw. 1.25 Prozent (Umweltbank) bewegen sich beide Anbieter auch nur im derzeit marktüblichen Rahmen. Auf eine Gesamtproduktpalette wie bei einem Allfinanz-Institut wartet man bislang vergebens, ein “normales” Girokonto hat die Umweltbank immer noch nicht im Angebot, doch das ist auch überhaupt nicht ihr Anspruch.

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