Archiv für Februar 2008
Mittwoch, 20. Februar 2008
Durch Inflationsängste kam es heute an derDeutschen Börse zu Aktienverkäufen, der DAX sank auf 6899 Punkte und verlor somit 1,5 Prozent. Folglich befindet sich der Markt weiterhin permanent in Unruhe.
Egal ob Kreditkrise oder schwache Konjunktur, momentan sind keine Fortschritte erkennbar. Die Erwartung von Preissteigerungen in den USA erhielt durch den starken Anstieg des Ölpreises zusätzliche Nahrung. Und immer wieder das Thema Finanzkrise, die an der Börse notierte Tochter der Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co ist mit der Rückzahlung von mit Hypotheken-Papieren besicherten Schulden in Verzug geraten und somit reagierten Finanzwerte heute allgemein ziemlich unruhig. Verlierer im Dax waren Hypo Real Estate, nach dem Vortagsgewinn notierte die Aktie 3,4 Prozent schwächer. Auch Deutsche Bank Aktien gaben nach und verloren 1,6 Prozent, die Commerzbank sogar zwei Prozent. Selbst die Deutsche Börse büßte nach einem erneuten Rekordgewinn 2,6 Prozent auf 115,15 Euro ein. Hierbei war wohl der enttäuschende Anstieg der Dividende Hauptursache für den Kursverlust.
Die Aktien der Deutschen Telekom erlitten einen Tagesverlust von drei Prozent, bedingt durch die Wahrscheinlichkeit eines Preiskampfs in den USA nach Ankündigung einer Flatrate für Mobilfunkgespräche. RWE notierte 2,9 Prozent schwächer, die erwartete Aussicht auf eine Dividendenerhöhung und eines Aktienrückkaufprogramms gaben dem Kurs der Aktie keinen entscheidenden positiven Impuls.
Fresenius Medical Care (FMC) erzielte dagegen einen kräftigen Gewinn im vierten Quartal und präsentierte einen zuversichtlichen Zukunfts-Ausblick. FMC-Aktien stiegen um 2,5 Prozent, genauso wie die Aktien der Konzernmutter Fresenius (MDAX).
Spitzenreiter im MDAX mit plus sieben Prozent waren die Aktien von Leoni, hervorgerufen durch die Empfehlung der Deutschen Bank. Der letzte Platz im MDax ging an MLP mit einem Minus von neun Prozent. 2007 wurde bei MLP das Gewinnziel nur knapp erreicht und für 2008 wird mit einem Rückgang der operativen Marge gerechnet. Möglicherweise spielt auch die Zusammenarbeit der EU mit Liechtenstein im Kampf gegen Steuerbetrug hier eine mitentscheidende Rolle.
Einen Kursanstieg von fast zwölf Prozent hatte Freenet zu verzeichnen, da man, laut Freenet-Vorstand, kurz vor dem Verkauf seiner Internetsparte stehe, unter vollständiger Beteiligung der Anleger mit einer Sonderdividende. Ein Aktienrückkaufprogramm von Freenet steht momentan ebenfalls in den Startlöchern.
Schlagworte:Aktienrückkauf, Aktienverkäufe, Commerzbank, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Telekom, Dividende, Dividendenerhöhung, Freenet, Fresenius Medical Care, Gewinn, Hypo Real Estate, Inflationsängste, Konjunktur, Kreditkrise, Kursverlust, Leoni, MDAX, MLP, Ölpreis, Preiskampf, Preissteigerung, Quartal, RWE, Sonderdividende
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Montag, 18. Februar 2008
Ab 2009 wird für alle Kapitaleinkünfte wie Zinsen, Dividenden sowie Kursgewinne aus Fonds, Zertifikaten und Aktien eine einheitliche Steuer von 25 Prozent erhoben. Dazu kommen dann noch Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Doch wie kann man damit möglichst pfiffig umgehen?
Wertpapiere sollte man noch auf jeden Fall in diesem Jahr kaufen, denn die Gewinne bleiben nach der 12-monatigen Haltefrist auch über 2009 hinaus steuerfrei. Etwa 38 Prozent der Gedanleger planen mittlerweile neue Anlagen zu tätigen bzw. schon vorhandene Wertpapierdepots geschickt umzuschichten.
Ein Praxis-Rechen-Beispiel?
Bei Anlage von 10.000 Euro in börsengehandelten Indexfonds erwirtschaftet man bei einer angenommenen Wertsteigerung von 8,0 Prozent jährlich nach 20 Jahren und Abzug aller Kosten 40.676 Euro. Anfang 2009 zum selben Kurs investiert, erzielt man 5756 Euro weniger. Nach 30 Jahren beträgt die Differenz sage und schreibe 13.622 Euro.
Welche Produkte sind zur Vermeidung der Abgeltungssteuer geeignet?
Mometan werden sehr aggressiv sogenannte Dachfonds beworben, die ihrerseits wieder nur in Investmentsfonds investieren. Hierbei hat der eingesetzte Fondsmanager die Möglichkeit, die Dachfonds-Anteile je nach Kursentwicklung beliebig oft umzuschichten ohne von der Abgeltungssteuer berührt zu sein, genau dies gilt für einen Privatanleger der selbst in andere Fonds umschichtet nicht und bei Gewinnen wird dann die neue Steuer fällig. Von einem verstärktem Emporschiessen neuer Dachfonds ist in nächster Zeit in jedem Fall auszugehen, allerdings werden bei diesen Investments auch immer hohe Gebühren fällig und Erfahrungswerte für neu aufgelegte Fonds gibt es ja bekanntlich noch nicht, also lieber Vorsicht bei der Anlage!
Was ist von offenen Immobilienfonds im Ausland zu halten?
Umgehen können hiermit Anleger die Abgeltungssteuer, da die Erträge in der Regel bereits im Ausland besteuert werden und der Steuersäckel hier nicht erneut kassiert. Solche Fonds sollten jedoch allenfalls als Beimischung zum Depot gewählt werden, denn das Anlagerisiko ist häufig größer als bei anderen Produkten. Steuerfrei sind übrigens auch Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien, sofern diese mindestens zehn Jahre lang im Fonds gehalten wurden.
Gibt es noch andere steuerlich interessante Alternativen?
Steuerlich begünstigt sind ebenfalls Erträge aus privaten Rentenversicherungen, da sie vor Ablauf der Versicherung ohne Steuerabzug erneut angelegt werden können. Bei Vertragsablauf muss nur ein Teil der Erträge versteuert werden, solange die Versicherung mindestens 12 Jahre lang läuft und der Versicherte bei Vertragsfälligkeit mindestens 60 Jahre alt ist. Leider wird der steuerliche Vorteil bei den allermeisten Produkten durch die höheren Kosten wieder aufgefressen. Für fondsgebundene Rentenversicherungen gilt also, je höher der persönliche Steuersatz und je niedriger die zu versteuernde Ausschüttung sind, umso mehr sollte die direkte Besparung eines Fonds in Erwägung gezogen werden.
Schlagworte:Abgeltungssteuer, Aktien, Anlagerisiko, Dachfonds, Dividenden, Fondsmanagement, Gebühren, Immobilien, Immobilienfonds, Investmentfonds, Kapitaleinkünfte, Kirchensteuer, Kursgewinne, persönlicher Steuersatz, Rentenversicherung, Solidaritätszuschlag, Umschichtung, Zertifikate, Zinsen
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Sonntag, 17. Februar 2008
Was ist wenn zwei sich gegenseitig überbieten aber das letzte Gebot trotzdem noch nicht ausreichend ist? Richtig! Dann kommt der Staat und sagt einfach “meins…”
Die britische Hypothekenbank stand im September durch die US-Hypotheken-Krise kurz vor der Pleite, sodass tausende britischer Bankkunden, vor lauter Panik alles verlieren zu können, in langen Menschentrauben ihre Guthaben bar abhoben, hervorgerufen durch die von Northern Rock dringend benötigte Aufnahme sogenannter Notdarlehen bei der Bank of England. Laut Finanzminister Darling boten nun zwei private Interessenten um die Bank, da jedoch das ausgehandelte Angebot immer noch nicht ausreichend gewesen sei, wird Northern Rock nun zum Staatseigentum. Allerdings wird es sich dabei nur um eine vorübergehende Lösung handeln und nach Beruhigung der weltweiten Finanzmärkte wieder eine zügige Privatisierung angestrebt werden. Das jetzt einzusetzende Direktorium werde völlig unabhängig von der britischen Regierung arbeiten, sodass die erforderliche Distanz gewahrt bleibe. Im Bieterwettstreit befanden sich nach unbestätigten Berichten die Virgin-Group um Milliardär Richard Branson und eine Gruppierung von Bankmanagern. Noch vergangene Woche hatte die britische Regierung eine Nachbesserung der vorliegenden Angebote für die fünftgrößte britische Bank gefordert, weil sie eine private Übernahme präferrierte. Rund 32 Milliarden Euro dürften die Schulden von Northern Rock jetzt mittlerweile betragen.
Schlagworte:Bank of England, Northern Rock, Notdarlehen, Privatisierung, US-Hypotheken-Krise, Verstaatlichung, Virgin-Group
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Freitag, 15. Februar 2008
Nachdem am Morgen Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung im Millionenbereich mit den Ermittlungsbehörden nach Bochum zur ersten Vernehmung fuhr, stieg daraufhin die Postaktie um bis zu drei Prozent an. Eigentlich doch ein völlig paradoxer Vorgang könnte man meinen.
In diesem Fall spekulieren die Börsianer aber auf eine Ablösung Zumwinkels als Vorstandschef, denn, neuen Wind in den Postkonzern zu tragen, wird ihm schon längst nicht mehr zugetraut. Allerdings gibt es bei den Börsenhändlern ein geteiltes Echo. Einerseits hat sich Zumwinkel erfolgreich gegen einen günstigen Schnellverkauf der Postbank gewehrt, andererseits veräußerte er erst vor einigen Monaten seine persönlichen Aktienoptionen für insgesamt 4,7 Millionen Euro, als von der Bundesregierung ein Mindestlohn für die Briefzustellung abgesegnet wurde und die Postaktie daraufhin zu einem sofortigen Höhenflug ansetzte. Klaus Zumwinkel steht dem Postkonzern seit 19 Jahren vor und verpasste dem Exmonopolisten über die Jahre ein modernes Facelifting zu einem heute weltweit operierendem Logistikkonzern. Momentan gibt es aber stetig Hinweise darauf, dass die Commerzbank unter Vorstandschef Klaus Peter Müller die Post-Tochter Postbank übernehmen möchte.
Schlagworte:Aktienoptionen, Commerzbank, Deutsche Post, Kursanstieg, Logistik, Mindestlohn, Postbank, Steuerfahndung, Übernahme, Vorstand, Wachablösung
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Donnerstag, 14. Februar 2008
In letzter Zeit hatten die Bondversicherer wirklich nichts zu lachen, doch nun kommt ihnen jemand zu Hilfe, Warren Buffet. Er ist Milliardär, Multiunternehmer und Börsenguru. Nun steigt er im ganz großen Stil bei den Anleihenversicherern ein und entlastet somit die mittlerweile stark angeschlagenen Finanzriesen. Er nimmt ihnen Garantien für kommunale Anleihen über 800 Mrd. Dollar ab, in dem sein Mega-Unternehmen Berkshire Hathaway jetzt den drei bedeutensten Bondversicherern MBIA, Ambac und FGIC ein dazu passendes Angebot unterbreitet hat. Buffet beschränkt sich jedoch hierbei ausschließlich auf kommunale Anleihen, die sehr viel komplizierteren CDO-Schuldverschreibungen sind ausgenommen, zumal diese oft mit minderwertigen Hypothekenkrediten abgesichert wurden. Fraglich bleibt, ob überhaupt einer der drei Versicherer auf Buffets Angebot reagieren wird, da von ihm ein 50 Prozent höherer Aufschlag verlangt wird, als der, den MBIA, Ambac und FGIC selbst erhielten.
Einerseits könnten sich die Bondsversicherer wirklich über Buffets Engagement freuen, andererseits würden sie in diesem Fall aber auch auf den höher riskanten Positionen sitzen bleiben, da kommunale Anleihen allgemein als sehr sicher gelten und die noch vorhandenen CDO´s dann einen Großteil des Kapitals aus dem Buffet-Deal auffressen würden. Bereits in letzter Zeit war bei etlichen Versicherern dadurch ein Down-Rating festzustellen, eigentlich die grundlegende Basis für den Versicherungsschutz. Aber auch bei einer Entscheidung pro Buffet könnte dies ein schlechteres Rating nicht mehr verhindern. Die Börse reagierte dementsprechend, Ambac sank um 6,5 Prozent, MBIA um 7,6 Prozent. Der Dollar stieg im Vergleich zum Yen und zum Euro.
Ein paar Zahlen zu Warren Buffet?
Er ist 77 Jahre alt, mehr als 70 verschiedene Firmen beinhaltet sein Mega-Imperium und sein Vermögen wird auf rund 52 Milliarden Dollar geschätzt. Zuletzt gründete er eine Gesellschaft, die Bonds absichern soll, mit denen Städte, Bezirke oder Bundesstaaten öffentliche Bauvorhaben finanzieren. An American Express und Procter & Gamble ist er zu großen Anteilen beteiligt.
Schlagworte:Berkshire Hathaway, Bondversicherer, CDO-Schuldverschreibungen, Down-Rating, Warren Buffet
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Montag, 11. Februar 2008
Niedrige Börsenkurse bieten bekanntermaßen eine günstige Gelegenheit für all diejenigen, die zu Vorsorgezwecken sparen möchten. Doch sollte man hierbei einige wesentliche Dinge beachten, um später im Alter dann auch das gewünschte Vorsorgeziel erreicht zu haben. Weiterhin gibt es momentan noch einen gewichtigen Vorteil, denn, alle in diesem Jahr erworbenen Fondsanteile bleiben von der ab 1. Januar 2009 dann gültigen Abgeltungssteuer unberührt. Dies gilt übrigens nicht nur für Fondsanteile, sondern generell für alle Arten von Wertpapieren. Bis zu 28% muss der einzelne Anleger ab dem neuen Jahr an den Fiskus abführen, 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag plus eventuelle Kirchensteuer.
Warum macht es eigentlich überhaupt Sinn in Fonds anlegen?
Alle Wertpapiere die umgeschichtet werden, unterliegen sofort der neuen Abgeltungssteuer und genau dies ist bei Fonds eben nicht der Fall, den ein dafür zuständiger Fondsmanager kann die einzelnen Fonds beliebig oft umschichten und somit etwaige Risiken perfekt streuen.
Welche Fonds eignen sich für die Altersvorsorge?
Kurz und knapp: Misch-, Dach- oder Multi-Asset-Fonds, die neben Aktien auch sichere Anleihen und zusätzlich Immobilien oder alternative Investments enthalten. Fonds aus den Top-Rankings sind nicht zur Vorsorge geeignet, da hier häufg alles oder nichts gespielt wird und sich somit keine Aussage darüber machen lässt, wie sich der Fonds auch in schlechten Börsenzeiten entwickelt hat. Ein Augenmerk sollte der Anlegerauch auf eine kontinuierlich gute Managementleistung legen und Fonds bevorzugen, die sich in der Vergangenheit durch ihre Flexibilität und Gewitztheit hervorgetan haben.
Hier eine kleine Auswahl an für die Altersvorsorge geeigneten Fonds:
Carmignac Patrimoine - Ein Mischfonds der seit Dezember 1989 (Neuauflegung) eine jährliche Rendite von 9,6 Prozent erwirtschaftet hat und sogar zu 50 Prozent aus konservativen Rentenpapieren besteht, während sich die anderen 50 Prozent aus Aktien rekrutieren. Dieses Jahr kam es wegen der Finanzkrise gerade mal zu einem Verlust von zwei Prozent.
Sauren Global Balanced - Ein sehr flexibler Dachfonds, der je nach Finanzmarktsituation zwischen null oder 100 Prozent Aktien beinhalten kann. Im vergangenen Jahr erzielte er immer ncoh eine Rendite von beachtlichen 5,7 Prozent.
StarCap Priamos - Ein reiner Aktienfonds der bisher eine Jahresrendite von 9,9 Prozent erreichte, allerdings in diesem Jahr auch schon einen Kursrückgang von 10,2 Prozent zu verbuchen hatte, was aber bei den weltweiten Kursrutschen auf den Aktienmärkten immer noch im Rahmen ist. In diesem Fonds gibt es einen überproportionalen Anteil an Aktien aus Schwellenländern, was Anteile an einem koreanischen Energieunternehemen und einem brasilianischen Wasserversorger verdeutlichen, jedoch auch große Anteile von Daimler und E.on lassen sich hier wiederfinden.
Global Advantage Emerging Markets - Dieser Fonds setzt auf starke Werte in Wachstumsregionen wie Südkorea, Taiwan, der Türkei, Brasilien, Thailand und Malaysia. Hier ergab sich bislang ein langfristiger jährlicher Wertzuwachs von neun Prozent und ein Minus von 13 Prozent seit Jahresbeginn.
DWS Zukunftsressourcen - Beinhaltet Positionen aus den erneuerbaren Energien, Landwirtschaft und Wasser, eine Jahresrendite von bisher 11,5 Prozent spricht da wohl für sich.
Schlagworte:Abgeltungssteuer, Aktien, Altersvorsorge, Finanzkrise, Flexibilität, Fonds, Kursverfall, Management, Rendite, Risikostreuung, Umschichtung, Vorsorgesparen
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Sonntag, 10. Februar 2008
Diese immensen Kosten müssen die Banken aufgrund der US-Finanzkrise laut Prognose der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer voraussichtlich tragen. Allerdings könnte sich diese Summen durchaus noch weiter erhöhen, da nicht nur die Immobilienkreditbranche sondern immer weitere Bereiche aus der Finanzwelt davon betroffen sind.
Laut Aussage von Deutschlands Finanzminister Steinbrück lägen weitere Gefahrenpotenziale in den USA bei den Kreditkarten- und Autokreditfinanzierungen, ob sich jedoch diese Risiken realisieren werden, sei noch nicht vorhersehbar. Aufgrund einer momentan soliden Weltwirtschaft werde zum jetzigen Zeitpunkt mit einer leichten Verlangsamung des Welt-Wirtschaftswachstums gerechnet, aber nicht mit einer generellen weltweiten Rezession. Daher bestehe in der Euro-Zone zur Zeit auch nicht der geringste Anlass, ein Konjunkturförderungsprogramm wie in den USA aufzulegen.
Gerade für ein exportstarkes Land wie Deutschland sei es wichtig, dass die USA nicht in eine Rezession rutsche, da noch immer riesige deutsche Warenströme in die Vereinigten Staaten flössen. Außerdem würden darüberhinaus viele in Deutschland hergestellten Anlagen und Maschinen in Länder verkauft, die dann damit für die USA Konsumgüter erzeugten.
Zur Erinnerung und in aller Kürze: US-Banken vergaben Kredite an finanzschwache Hauskäufer und verkauften später diese Darlehen an Geldhäuser in aller Welt weiter. Dadaurch machten sich die Zahlungsprobleme der Amerikaner nun bei Banken in vielen Ländern bemerkbar, besonders auch in Deutschland. Aber wer ist nun schuld an diesem Desaster, die Profitgier einzelner Bankmanager?
Auf jeden Fall ist nun massive Aufklärungsarbeit in jeglicher offener Form sowie eine schonungslose Ausweisung von Risiken gerade von denen gefordert, die diese Finanzkrise zu verantworten haben. Bereits seit diesem Wochenende gibt es schon wieder Spekulationen, ob für die IKB-Bank ein weiterer 1,7 Mrd. Euro schwerer Rettungsanker geworfen werden muss. Konkrete Forderungen zur Vermeidung solcher Finanzkrisen könnten eine höhere Transparenz der Banken über ihre eingegangenen Risiken sein, sowie künftig eine größere Eigenkapitalunterlegung für höhere Risiken, streng nach den Vorschriften von Basel II.
Schlagworte:Abschreibungen, Basel II, Eigenkapital, Finanzkrise, Konjunkturförderung, Kreditkarten, Rezessionsgefahr, Transparenz, US-Hypotheken-Kredite, Weltwirtschaft
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Sonntag, 10. Februar 2008
Bereits noch im ersten Quartal diesen Jahres will der Finanzinvestor KKR für seine angeschlagene Werkstattkette ATU ein Finanzierungspaket vorlegen, sogar inklusive Eigenkapitalzufluss. Über den Umfang gibt es bislang noch Spekulationen, jedoch handelt sich um eine dringend notwendige Massnahme, denn der Kurs der ATU-Aktie dümpelt inzwischen nur noch bei 45 Prozent.
Hier ein paar Fakten und Zahlen zu ATU. Peter Unger gründete seine Werkstattkette in den 80er Jahren in Berlin. In den darauf folgenden Jahren kam es zur Expansion, heute betreibt ATU in sechs europäischen Ländern 620 Filialen und es besteht immer noch das Ziel eines Tages bis auf 1000 Filialen zu wachsen. Doch wo viel Umsatz oder Gewinn erzielt werden soll gibt es zumeist auch hohe Kosten. Genau diese sind momentan nicht mehr im Rahmen und bereits als KKR vor drei Jahren den Autoteile-Konzern von Doughty Hanson für 1,4 Mrd. Euro übernahm, stuften Experten den Kaufpreis als zu hoch ein.
In den letzten Monaten wurden die Kreditbedingungen für ATU neu verhandelt und erleichtert, im Dezember folgte dann die Entlassung des Konzernchefs, danach das Down-Rating durch Standard & Poor´s und zum Abschluss gab es noch ein schlechtes Bilanzjahr für 2007. 130 Mio. Euro Gewinn sollte ATU laut Abmachung mit den Kreditbanken verdienen, aber es wurden nur 100 Mio. Euro.
KKR versucht nun also die Kehrtwende zu betreiben, zur Eröffnung des neuen Jahres gab es schon mal einen neuen Konzernchef, den Ex-VW-Manager Michael Kern. Jetzt folgt also der nächste Step, die Ausstattung mit neuen finanziellen Mitteln. Aber auch in der Konzernstrategie tut sich was, es sollen neue Geschäftsfelder erschlossen bzw. diejenigen, die schon jetzt sehr profitabel sind, noch weiter ausgebaut werden, wie etwa die Wartung von ganzen Fuhrparks. Noch bis Ende diesen Monats soll dann die ”rundum erneuerte” Unternehemensstrategie vorgestellt werden.
Schlagworte:Bilanzjahr, Down-Rating, Eigenkapitalzufluss, Finanzierungspaket, Konzernstrategie, Kostenexpansion, Kreditbedingungen
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