Öko und Bank - passt das überhaupt?

23. Februar 2010

Früher war es den Geldanlegern in der breiten Masse egal wie ihr Geld angelegt wird, doch mit dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich dieses Denkmuster grundlegend geändert. Marktführer bei den sogenannten Ökobanken sind die Umweltbank bzw. GLS-Bank aus Bochum.

Letztere beschwerte sich unlängst durch ihren Vorstandsvorsitzenden Thomas Jorberg über zu geringes Wachstum mangels ausbaubarer Kapazitäten. Bilanzsumme plus 33 Prozent, Einlagevolumen plus 37 Prozent und Kundenzuwachs plus 18 Prozent, noch Fragen?

Ein ähnliches Bild zeichnet die Umweltbank aus Nürnberg. Hier hat man sich auf Solarkredite und durchaus beachtlich verzinstes Mietkautionskonto mit einem Habenzins in Höhe von 1,25 % spezialisiert. Bilanz plus 30 Prozent, Einlagen plus 40 Prozent, Kundenzahl plus 15 Prozent.

Wie sieht es bei beiden Banken mit den relativen Gewinnen aus? Die Umweltbank erzielte acht Millionen Euro, die GLS-Bank 202.000 Euro. Hat sich da etwa jemand verrechnet bzw. verkalkukiert?

Mitnichten. Diesmal stehen nicht Gewinnmaximierung und Spekulation im Mittelpunkt. Es geht um Transparenz und Kredite für Windparks, Ökobauernhöfe und Kultureinrichtungen. Beide Kreditsinstitute haben somit wohl schon frühzeitig die Zeichen der Zukunft erkannt, für ihre Branche wird bis zum Jahr 2020 ein Kundenpotenzial von zehn bis zwölf Millionen vorhergesagt. Ursache hierfür: Die weitere Verschiebung gesellschaftlicher Werte in Richtung Nachhaltigkeit und soziales Bewusstsein.

Insgesamt betrachtet muss man bisher allerdings immer noch von einem Trend sprechen, alleine anhand der Gesamtkundenanzahl von 150.000 für beide Banken lässt sich dies schon feststellen. Bezüglich der angebotenen Zinsen für Tagesgeld von 1.1 Prozent (GLS-Bank) bzw. 1.25 Prozent (Umweltbank) bewegen sich beide Anbieter auch nur im derzeit marktüblichen Rahmen. Auf eine Gesamtproduktpalette wie bei einem Allfinanz-Institut wartet man bislang vergebens, ein “normales” Girokonto hat die Umweltbank immer noch nicht im Angebot, doch das ist auch überhaupt nicht ihr Anspruch.

Weniger Zwangsversteigerungen in 2009

21. Dezember 2009

Finanzkrise hin oder her, im laufenden Jahr 2009 haben in Deutschland weniger verschuldete Bürger ihre Immobilie zwangsweise abgeben müssen als noch im vergangenen Jahr. Allerdings gibt es hierbei regional  sehr große Unterschiede. In Hamburg beispielsweise nahm die Zahl der Zwangsversteigerungen stark zu.

Um zwei Prozent auf 86.617 Immobilien sank die Zahl der Zwangsversteigerungen bezogen auf die registrierte Zahl der Zwangsversteigerungstermine bei den Amtsgerichten in Deutschland, ein weiterhin  hohes Level, jedoch sind spürbare Folgen der Finanzmarktkrise offenbar bislang ausgeblieben.

Die größte Zunahme bei den Zwangsversteigerungen gab es im Saarland, in Hessen, Sachsen-Anhalt, Bremen und Hamburg. Berlin entwickelte sich dank einer stark gestiegenen Immobilienmarktnachfrage gegen den Trend und die Zahl der Zwangsversteigerungen nahm um 16,6 Prozent ab. Ebenfalls weniger Zwangsversteigerungen gab es in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die wirtschaftliche Konjunkturentwicklung wird demnach zeigen ob die Zahl der Zwangsversteigerungen zu Beginn des neuen Jahrzehnts noch weiter zunehmen wird.

Casa Europa?

10. Juni 2009

Träumen Sie immer noch vom Feriendomizil im Süden? Dann bitte Geldkoffer auf und sofortige Barzahlung…
Sie sind gerade nicht so flüssig? Dann bitte  Nachweis über ein schuldenfreies Eigenheim in Deutschland.

So sehen derzeit die Bedingungen für Durchschnittskunden aus, die gerne einen Zweitwohnsitz im sonnigen Süden erwerben möchten. Mittlerweile ist den finanzierenden Banken das Kreditausfallrisiko für Kunden mittlerer Bonität zu groß geworden, sodass sich der Traum von der Ferienimmobilie nur noch für Wohlhabende oder Reiche erfüllen wird.
Sogar die Lage der gewünschten Ferienimmobilie wird seit einiger Zeit sehr akurat geprüft, die Traumimmobilie im strukturschwachen Gebiet hat da schon viel geringere Finanzierungschancen. Auf Sylt müssen Interessenten schon 40% des Kapitals als Eigenmittel haben, um ein Hypothekendarlehen zu bekommen. Mit Wertverlusten ist auf dem liebstem deutschen Eiland dagegen überhaupt nicht zu rechnen. Wer hingegen das gleiche Objekt im Harz, dem Sauerland oder der Rhön erwerben möchte, guckt ziemlich schnell in die Röhre.

Banken stufen Ferienimmobilien derzeit als reine Luxusobjekte ein und wenn, dann werden diese sogar hinsichtlich der Nutzbarkeit als normales Wohnhaus überprüft. Diese Vorgehensweise praktiziert beispielsweise die Dresdner Bank. Schuld an dieser Situation ist natürlich die allgemeine Wirtschaftskrise und gerade Ferienimmobilien unterliegen sehr starken zyklusbedingten Schwankungen. Bestes Beispiel hierfür ist Spanien, von 1998 bis 2006 stiegen dort die Preise extrem an, begünstigt durch das große Nachfrageverhalten von Briten, Deutschen, Österreichern und Skandinaviern. Es wurden immer neue gigantische Ferienkomplexe geschaffen, die jetzt bis zu 70% günstiger zu haben sind, inklusive Neuwagen. Diese gibt es nun schon als Zubrot obendrein, weil die Projektentwickler ihre Obejekte kaum noch an den Mann bringen. Eine ähnliche Entwicklung machten in Deutschland der Westharz nach der Wiedervereinigung bzw. die Wohnungen der 80er Jahre an der Nord- und Ostsee in Schleswig-Holstein durch. Die Westberliner fuhren lieber an die Ostsee nach Mecklenburg-Vorpommern, die Betonbauten an der Nord- und Ostseeküste gelten heute jedoch als hässlich und nicht mehr vermittelbar.

DAX: 34 Prozent in zwei Monaten

13. Mai 2009

Auch heute Mittag liegt der DAX bei knapp 4.900 Punkten. Ganze 34 Prozent Kurszuwachs verzeichnete er nun schon seit Jahresbeginn und wer jetzt noch an der momentanen Kursrallye teilnehmen möchte, ist schon fast wieder zu spät dran.

Insgeheim gibt es momentan schon wieder etliche Marktteilnehmer, die darauf spekulieren, dass die gegenwärtige Finanzkrise schon viel früher passé sein könnte als allgemein angenommen. Belegt wird dies zum einen durch den amerikanischen Verbaucherindex, der leicht angestiegen ist, zum anderen aber auch durch die Indizes der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die das Einkaufsverhalten der deutschen Bundesbürger in der Zukunft analysiert und die erstmalig auch nicht weiter gesunken sind. Besonders institutionelle Geldanleger erhöhen momentan wird stark ihren Aktienanteil.

Aktienfanatiker sollten die jetzige Phase der Dividendenpapier-Weigerung durch die große Mehrheit der Anleger verstärkt nutzen. Allerdings lohnt sich auf jeden Fall auch ein Blick in die Vergangenheit. Denn auch 2002 legte der DAX erst um satte 40 Prozent zu, ehe er im Jahr darauf seine Talfahrt bei nur noch 2.300 Punkten stoppte. Ein absolut typisches Kennzeichen für eine Bärenmarktrallye.

Die eigene Immobilie - wieder voll “Up to Date!”

6. Mai 2009

Lange Jahre dümpelte der Immobilienmarkt so vor sich hin. Außer im Hochpreis- oder Luxussegment in Großstädten oder an Orten mit Sonderstatus wie Sylt gab es kaum nennenswerte Bewegung. Doch nun erleben Immobilien durch die Finanzkrise und die damit verbundene Inflationsangst eine ungeahnte Renaissance. Dabei stehen nicht nur die selbstgenutzten Objekte sondern auch sogannte Zinshäuser wieder hoch im Kurs. Einige wichtige Merkmale sollten beim Finden der richtigen Immobilie jedoch besonders beachtet werden.

In verschiedenen Regionen finden Häuser aus den verschiedensten Baumaterialen Zuspruch. Wer nicht gerade in dem Zielgebiet, in dem er invstieren will, wohnt, sollte sich doch etliche Wochen wenn nicht gar Monate mit einer genauen Analyse seines Investitionsortes und der dazugehörigen Umgebung beschäftigen. Ein Haus im oberbayrischen Stil mit Holzbalkon findet im norddeutschen Tiefland mit Sicherheit weniger Käufer-Anklang als ein für Norddeutschland eher regiontypisches Rotklinkergebäude.

Auch die wirtschaftliche Struktur, eine eventuell am Zielort vorhandene Landflluchtbewegung und der aktuelle Grad von Gebäude-Leerständen spielen für den Investitionsstandort eine ebensowichtige Rolle. Daher ist es äußerst wichtig zu wissen, ob der jeweilis geforderte Kaufpreis für eine bestimmte Immobilie überhaupt gerechtfertigt ist. Die bisherige Faustformel 100/Kaufpreis in Jahresmieten = Jahresrendite ist heutzutage zur Preisermittlung nicht mehr ausreichend. Bei einer Summe von 20 Jahresmieten würde man so eine Bruttoanfangsrendite von fünf Prozent pro Jahr erhalten. Hinzukommen dann noch “weiche” Faktoren wie Lage, Baualtersklasse, die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, der Zustand der Bausubstanz, die Energieeffizienz, mögliche Sanierungsarbeiten, die bisherige Nutzung generell und die bisherige Fluktuation. Bezüglich dessen erscheinen vier oder fünf Prozent als Jahresrendite nicht gerade viel.

Städte und ländliche Regionen haben generell ein völlig unterschiedliches Mietniveau. München liegt beim Quadratmeter Wohnfläche mit im Durchschnitt 9,70 Euro 90 Prozent über dem Niveau für Gesamtdeutschland. Zum Vergleich, Köln und Düsseldorf 7,50 Euro, Berlin nur 5,90 Euro. Daher spielt die Frage nach dem zukünftigen Entwicklungspotenzial eines Immobilienstandorts eine sehr gewichtige Rolle. Wie wichtig die Bevölkerungsentwicklung für das Potenzial der Wertsteigerung ist, erkennt man nur daran, ob generell an einem Standort Bedarf an Wohnungsneubauten besteht. Befindet man sich dann noch in einer wirtschaftlich erfolgreichen Region, kann auch ohne Bevölkerungswachstum das Mietpreisniveau steigen, da in diesem Fall ein noch höherer Anspruch an noch größere Flächen pro Einwohner besteht.

Piratenziele im Trend

29. April 2009

Vor etlichen Jahren galten Schiffsbeteiligungen als innovatives Geldanlageprodukt. Werbewirksam wurde den Anlage-Interessenten eine fast immerwährende ordentliche Rendite versprochen, doch seit dem Ausbruch der Finanzkrise und der darauf folgenden Wirtschaftskrise hatten Teilhaber von Schiffsbeteiligungen zuletzt nicht mehr viel zu lachen. Ausschlaggebend dafür waren exorbitant gestiegene Betriebskosten, plötzlich steigende Finanzierungskosten für neue Tanker und zuguterletzt auch noch starke Währungsschwankungen. Somit ergab sich auch für die Frachtraten ein kompletter Negativtrend.

Dies könnte sich nun spätestens ab 2010 wieder stark ändern, da dann nämlich nur noch Doppelhüllentanker auf den Weltmeeren Öl transportieren dürfen. Die noch fahrenden Einhüllen-Tanker haben bei Beschädigung das latente Risiko, dass sofort Öl ins Meer gelangt, sie werden dann in großer Anzahl abgewrackt bzw. total umgebaut werden, daraus ergibt sich logischerweis ein großes Sinken des gesamten weltweiten Öltanker-Angebotes. Experten rechnen mit bis zu einem Fünftel weniger Öl-Supertankern, der Preis für den Öltransport könnte sich somit im Laufe des nächsten Jahres sogar verdoppeln. Momentan fahren noch etwa 110 Einhüllen-Öltanker auf den Weltmeeren.

Anleger die im Gegensatz zum klassischen Schiffsfonds gerne etwas riskanter spekulieren, könnten ab 2010 mit sogenannten Fracht-Derivaten sehr gut bedient sein. Im Juli letzten Jahres mussten für eine Öl-Frachtrate rund 177.036 Dollar pro Tag gezahlt werden, vor genau 14 Tagen war genau die gleiche Fracht für gerade mal 7.173 Dollar am Tag zu haben. Schuld daran ist der extreme Verfall des Ölpreises um 65 Prozent seit Juli 2008. Reedereien fahren momentan sogar für die Route vom Nahen Osten nach Europa massive Verluste ein, sie zahlen teilweise sogar drauf, nur um schon bestehende Kundenbeziehungen nicht zu gefährden. Selbst Großreederein brauchen mindestens eine Tagesfrachtrate von 32.100 Dollar um überhaupt die Kosten zu decken.

Auch die Bestellung neuer Supertanker leidet aufgrund der Finanzkrise massiv. Durch den starken Anstieg der Finanzierungskosten könnten bis zum Jahre 2012 jährlich 20 Bestellungen für Supertanker verschoben werden, alleine 14 Bestellungen würden eventuell sogar storniert. Gebaut werden diese Transportriesen übrigens von Werften in Südkorea, China und Japan, die sich schon jetzt auf eine deutlich geringere Auftragsanzahl einstellen dürfen.

Traumziel Sylt

26. April 2009

Wirtschaftskrise? Auf Sylt gibt es nach wie vor keine Spur davon. Gefragt sind noch immer Luxusimmobilien der Premium-Klasse in den Dünen und am Wattenmeer. Die Gründe liegen dafür ziemlich einfach auf der Hand: Sylt ist ein Eiland mit sehr begrenztem Raumangebot. Dazu kommt noch, dass das Angebot in den angesagtesten Toplagen sinkt und somit weiterhin die Preise für Grundstücke bzw. neue Häuser explodieren.

Sylt scheint bezüglich der auf dem Markt erzielbaren Preise ein Fass ohne Boden zu sein. Mekka für die Luxusimmobilien ist nach wie vor der Nobelort Kampen, jedoch profitieren auch die vermeintlich “schlechteren” Lagen von der sehr regen und räumlichen eingeengten Nachfrage. In Hörnum an der Südküste werden bis zu 800 Euro je Quadratmeter bezahlt, in den Randlagen am Watt von Kampen bis zu 3500 Euro.

Für Sylt wird auch in der Zukunft ein stabiles Marktszenario vorhergesagt, die Vergangenheit zeigte bisher selbst in Krisenzeiten eine stabile bis sogar positive Preisentwicklung. Symptome für eine rückläufige Marktentwicklung in den eher mittleren Lagen auf der Insel gibt es bislang überhaupt noch nicht.

Vorallem frei stehende Eingenheime mit Luxusausstattung in den Dünen oder direkt am Wattenmeer sind besonders in Kampen, Braderup, Keitum und sogar in List an der Nordküste gesucht.

Trotz seines großen Baulandmangels herrscht auf Sylt ständig rege Bautätigkeit. Besonders der Abriss älterer Häuser und somit die Möglichkeit der Neubebauung tragen zu diesem Sachverhalt bei. Seit 1990 wurden jährlich rund 160 Wohnungen neu erstellt, seit 2002 sogar etwa 220 Einheiten pro Jahr. Diese Wohnungen werden häufig an Auswärtige verkauft, bereits jetzt gibt es auf der Insel 16.000 Zweitwohnsitze, Tendenz weiterhin steigend.

Ein Problem mit der zunehmenden Überfremdung wie in Urlaubsdomizilen der Luxusklasse, zum Beispiel in St.Tropez, St. Moritz oder auf Mallorca  gibt es auf Sylt gar nicht. Sylt ist fast ausschliesslich von Inländern gefragt.

In den Jahren 1997 bis 2001 wurden Immobilien in einem Gegenwert von 250 Mio. Euro umgesetzt, in 2007 waren es bereits Objekte in einem Gesamtwert von 613 Mio. Euro. Selbst der Bau neuer Hotels ist auf Sylt immer noch lohnend, im Jahre 2007 wurden acht neue Häuser mit rund 700 Betten eröffnet.

Übrigens, Sylt gilt immer noch im Vergleich zu Orten wie Kitzbühel und Mallorca als immobilienpreistechnisch unterbewertet. Die hohen Investitionen in Hotelanlagen bzw. die sehr gute Verkehrsinfrastruktur per Flugzeug und Bahn wird auch in Zukunft die Nachfrage nach Wohnraum auf Sylt weiter steigen lassen.

Fremdwährungen als Anlagechance

23. April 2009

Was bislang nur von professionellen Händlern gehandelt wurde, könnte sich zunehmend auch für Privatanleger lohnen, die Spekulation mit Fremdwährungen. Angesichts der allgegenwärtigen Wirtschaftskrise werten immer mehr Staaten ihren eigenen Währungen ab und somit kommt es auf den Devisenmärkten zu großen Handelsaufkommen. Mit Mut und Geschick sind somit Gewinne bis zu 30 Prozent möglich.

Aufgrund einer mittlerweile großen Vielzahl verschiedener Devisenfonds können Privatanleger die Chance nutzen, einen renditesteigernden Teil in ihr bereits bestehendes Wertpapierdepot beizumischen.